«Fresenius hat erneut ein starkes Quartal erzielt. Das unterstreicht die Stärke unseres Geschäfts und die Konsequenz, mit der wir unsere Strategie umsetzen», sagte Sen. 2026 dürfte nun der bereinigte Gewinn je Aktie abseits der Wechselkurse in der oberen Hälfte der bisherigen Zielspanne von 10 bis 15 Prozent ansteigen.
Im dritten Quartal stieg dieses sogenannte Kern-EPS währungsbereinigt um 14 Prozent. Analysten hatten mit etwas weniger gerechnet. Erst im Sommer hatte Fresenius seine Gewinnprognose für die Kennziffer, aus der unter anderem die Beteiligung am Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) herausgerechnet ist, angehoben.
Der Konzern sei mit dem, was er sich vor dem Umbau vor vier Jahren vorgenommen habe, gut vorangekommen, betonte Sen vor den Journalisten. Derzeit nutze Fresenius seine durch die stark gesunkene Verschuldung wieder zurückgewonnene finanzielle Stärke, um gezielt innovationsgetriebenes Wachstum auszubauen.
So kauften die Bad Homburger vor wenigen Wochen den restlichen Anteil von 45 Prozent am spanischen Biosimilar-Spezialisten mAbxience. Passend dazu verkündete der Konzernchef zu Wochenbeginn eine Entwicklungsvereinbarung mit dem chinesischen Auftragsforscher und -fertiger WuXi Biologics. Dadurch sichert sich der Konzern den Zugriff auf bis zu 37 potenzielle Biosimilar-Kandidaten und baut seine Pipeline in diesem Wachstumsmarkt weiter aus. Laut David Adlington von der US-Bank JPMorgan benötigt es hierfür zwar einige Investitionen, für die der Konzern aber definitiv wieder Kapazitäten habe.
Im dritten Quartal war das bei der Tochter Kabi beheimatete Biosimilar-Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten deren grösster Treiber. Jefferies-Analyst James Vane-Tempest hob in einer ersten Einschätzung besonders hervor, dass der Biopharma-Bereich bereits sein Margenziel für 2030 erreicht habe. Aber auch mit Spezialnahrung und Medizintechnik erlöste Kabi mehr als ein Jahr zuvor. Zudem profitierte die Sparte ergebnisseitig von Skaleneffekten und Produktivitätsverbesserungen.
Im Klinikgeschäft Helios kam dem Unternehmen erneut der Rechnungszuschlag für gesetzlich Versicherte in Deutschland zugute. Hinzu kamen steigende Preise und mehr stationär behandelte Fälle.
Das Pharmageschäft des Konzerns hingegen litt unter dem Preisdruck in den USA. Sen betonte, auch weiter an diesem Bereich festhalten zu wollen, da es sich um essenzielle und lebenswichtige Nachahmermedikamente handele, die etwa in Kliniken intravenös verabreicht werden. «Hier wird es immer einen Bedarf geben.» Als mögliche Hebel, um dem voraussichtlich weiter anhaltenden Preiswettbewerb zu begegnen, nannte der Konzernlenker unter anderem innovative Fertigungstechnologien, ein breites Portfolio, und die Erschliessung neuer Marktsegmente.
Insgesamt stieg im dritten Quartal das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (ber. Ebit) im Vergleich zum Vorjahr nominal um 11 Prozent auf 638 Millionen Euro an. Die entsprechende Marge verbesserte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 11 Prozent. Sie soll in diesem Jahr statt wie zuvor geplant bei rund 11,5 Prozent ab sofort über dieser Marke herauskommen.
Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre im Berichtszeitraum ein höherer Gewinn von 371 Millionen Euro nach 344 Millionen ein Jahr zuvor.
Sein Umsatzziel für das Jahr bestätigte der Unternehmenschef. Der Erlös soll organisch - das heisst währungsbereinigt und ohne Portfolioeffekte - um 4 bis 7 Prozent anziehen. Im dritten Quartal hatte sich der Umsatz auf dieser Basis um 5 Prozent erhöht, insgesamt erlöste der Konzern gut 5,8 Milliarden Euro./tav/niw/stk/mis
(AWP)
