Der US-Anleihemarkt reagierte mit steigenden Kursen auf die unerwartete Ankündigung des US-Finanzministeriums, die Rückkäufe langlaufender Anleihen zu erhöhen. Die niedrigeren Renditen machen den Bitcoin für Anleger attraktiver, da er keine Zinsen abwirft.

Der Schritt des Finanzministeriums signalisiert Besorgnis über den anhaltenden Ausverkauf am Anleihemarkt, der die Renditen für 30-jährige Anleihen auf den höchsten Stand seit 2007 getrieben hatte. Der zuletzt deutliche Anstieg der Renditen hatte Sorgen an den Finanzmärkten ausgelöst. Gestiegene Inflationssorgen, die Folgen des Iran-Kriegs, eine stark steigende Staatsverschuldung und der Kapitalbedarf der grossen KI-Unternehmen hatte zuletzt die Renditen nach oben getrieben.

«Die jüngste Massnahme nimmt Druck vom Kessel am zuletzt angespannten Anleihemarkt», sagte Timo Emden, Chefmarktanalyst bei Captrader. «Anleger am Kryptomarkt sehen mehr als einen Silberstreif am zuletzt trüben Börsenhimmel und suchen wieder das Risiko.» Emden sieht aber auch politische Gründe für den Anstieg: «Zugleich hoffen Investoren, dass Bitcoin und Co auf Trumps Prioritätenliste vor den US-Zwischenwahlen wieder nach oben rutschen und die regulatorischen Daumenschrauben gelockert werden.»

Befürchtungen über Leitzinsanhebungen haben in den vergangenen Wochen die Kursentwicklung beim Bitcoin gedämpft. Steigende Zinsen führen unter anderem zu höheren Finanzierungskosten und veranlassen einige Investoren dazu, Geld aus riskanten Anlageklassen wie dem Bitcoin abzuziehen. Hierzu trug die Ölpreisentwicklung bei. Diese beruhigte sich zuletzt, auch wenn eine dauerhafte Öffnung der Strasse von Hormus weiterhin nicht in Sicht ist./jsl/he

(AWP)