Aktien Frankfurt: Dax dämmt Wochenminus weiter ein

Der Dax hat zu Wochenschluss an seine freundliche Tendenz vom Vortag angeknüpft. Nach dem Sprung über die 12 300 Punkte baute der deutsche Leitindex sein Plus am Freitag aus. Ihm fehlte dann aber die Kraft, um auch noch die 12 400 Punkte nachhaltig zu überwinden. Zuletzt gewann er 0,77 Prozent auf 12 382,58 Punkte. Sein bisheriges Wochenminus konnte er so auf 0,7 Prozent eindämmen.
27.09.2019 15:00

Laut den Experten von Indexradar ist auf die Schwächephase der ersten Wochenhälfte kein weiterer Verkaufsdruck gefolgt. "Ein Trendumschwung nach unten lässt sich dadurch vorerst nicht bestätigen", schrieb Andreas Büchler von dem Börsenstatistik-Magazin. Nach dem Rutsch unter die 12 300 Punkte sei der Dax zwar kurz angeschlagen gewesen, nun aber sei ein neuer Anlauf in Richtung 12 500 Punkte wieder wahrscheinlich geworden.

BayernLB-Experte Manfred Bucher verglich das jüngste Auf und Ab an den Aktienmärkten mit einer Achterbahnfahrt. "Das Hin und Her im Handelskonflikt spiegelt sich stark in den kurzfristigen Kursbewegungen wider", so der Experte. Spekulationen über ein Wiederinkrafttreten der Huawei-Sanktionen standen zuletzt Aussagen aus China gegenüber, die wieder Hoffnung auf eine doch noch mögliche Lösung des Konflikts machten.

Vor diesem Hintergrund ging es am Freitag für den MDax um 0,43 Prozent auf 25 810,63 Punkte nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte 0,23 Prozent auf 3540,18 Zähler zu. In New York zeichnet sich für den Dow Jones Industrial ebenfalls ein freundlicher Start ab.

Der Kapitalmarkttag von BASF sorgte bei Anlegern in der Chemiebranche sektorweit für gute Laune. Im Schlepptau der 2,3 Prozent höheren BASF-Aktien rückten zum Beispiel auch Covestro um 2 Prozent vor. Auf Beifall stiessen Details von BASF zur Trennung von der Bauchemiesparte sowie zum Ergebnisbeitrag der im November bereits angekündigten Sparmassnahmen.

Auf der anderen Seite wurden Infineon mit minus 1,4 Prozent belastet davon, dass der US-Wettbewerber Micron wegen der Risiken des Handelskonflikts einen enttäuschenden Gewinnausblick abgab. Das Bankhaus Metzler empfahl die Aktien des Chipkonzerns obendrein zum Verkauf. Dem Analysten Holger Schmidt erscheinen die Markterwartungen für 2020 als zu optimistisch.

Im MDax sorgte die Commerzbank mit dem nun näher erläuterten Umbau für Gesprächsstoff. Die Details kamen bei Anlegern zumindest nicht negativ an, die Aktie schaffte es nach anfänglichen Verlusten mit 0,3 Prozent in die Gewinnzone. Derweil zeigte sich der ganze europäische Bankensektor freundlich.

Unter den mittelgrossen deutschen Werten mischten sich die Papiere der Aareal Bank mit mehr als 5 Prozent unter die grössten Gewinner. Hier beflügelte eine Kreisemeldung, wonach der Immobilienfinanzierer Druck von einem aktivistischen Investor bekommt - mit der Forderung, die IT-Tochter Aareon zu verkaufen.

Einen Verkauf bereits unter Dach und Fach gebracht hat Ado Properties , der seine Abhängigkeit vom umstrittenen Berliner Wohnungsmarkt reduziert. Laut Analyst Thomas Rothäusler vom Analysehaus Jefferies wurde dabei ein attraktiver Preis erzielt. Die Aktien kletterten um 1,7 Prozent. Jene des Konkurrenten Deutsche Wohnen folgten dem mit einem Anstieg um 1,1 Prozent.

Osram zogen angesichts des zugespitzten Bieterkampfes um den Lichtspezialisten um 4,7 Prozent an. Nachdem zuletzt Finanzinvestoren ein Gegengebot angekündigt hatten, erhöhte der Chipkonzern AMS seine Offerte nun auf 41 Euro je Aktie. Dem näherte sich die Aktie mit zuletzt 40,62 Euro.

Die Aktien von Rheinmetall gehörten derweil im MDax mit 1,9 Prozent zu den Verlierern. Ein Hackerangriff auf den Rüstungs- und Autozulieferkonzern hat nach Angaben des Unternehmens die Produktion in Nord- und Südamerika stark beeinträchtigt.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite auf minus 0,58 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 146,02 Punkte. Der Bund-Future legte leicht um 0,03 Prozent auf 174,32 Zähler nach.

Der Euro hat sich am Freitag etwas erholen können, nachdem er in der Nacht zuvor mit 1,0905 US-Dollar auf ein neues Zweijahrestief gefallen war. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0946 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs tags zuvor auf 1,0938 Dollar festgesetzt./tih/jha/

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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