Aktien Frankfurt: Vor EZB und Inflationsdaten in ruhigen Bahnen

Noch ohne grössere Turbulenzen ist am Donnerstag hierzulande der Aktienhandel vor den am Nachmittag erwarteten US-Inflationsdaten und geldpolitischen Signalen der Europäischen Zentralbank (EZB) verlaufen. Dax und MDax notierten gegen Mittag prozentual kaum verändert mit 15 584 beziehungsweise 33 786 Punkten. Auch der EuroStoxx 50 trat quasi auf der Stelle.
10.06.2021 11:47

Zu grösseren Kursausschlägen könnte es laut Marktteilnehmern am Nachmittag ab 14.30 Uhr kommen, wenn EZB-Präsidentin Christine Lagarde in der Pressekonferenz die neuesten Projektionen der Notenbank und die Inflationsprognosen erläutern wird. Zu dieser Uhrzeit werden dann auch die US-Verbraucherpreise veröffentlicht. Beide Ereignisse hätten das Potenzial, die Börsen deutlich zu bewegen, erläuterte Thomas Altmann, Portfolio-Manager beim Vermögensverwalter QC Partners.

Die Karten würden dann neu gemischt, sagte dazu Analyst Milan Cutkovic vom Broker Axi. Vor allem aus den USA drohe Gegenwind. Ein starker Anstieg der Inflationsrate bringe die US-Notenbank noch stärker unter Druck und könnte auf dem Börsenparkett für panische Verkäufe sorgen, warnte Cutkovic.

Experten gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Kurs trotz einer wirtschaftlichen Erholung und steigender Inflation beibehält. Die Wertpapierkäufe des Corona-Krisenprogramms Pepp sollten laut einer Mehrheit von Volkswirten vorerst mit unverändertem Tempo fortgesetzt werden. Analysten dürften aber auf die Projektionen der Notenbank achten - und wie stark die EZB ihre Inflationsprognosen anheben wird.

Im Dax bremste eine gestrichene Kaufempfehlung vom Investmenthaus Stifel die nach ihrem Höhenflug bereits tags zuvor etwas schwächeren Papiere von BMW weiter aus. Sie verloren 1,3 Prozent. Stifel-Analyst Daniel Schwarz ist für deutsche Autobauer aber weiter "bullish", für BMW erhöhte er Kursziel und Gewinnschätzungen deutlich. Nach dem starken Kursanstieg sei BMW nun aber höher bewertet als andere Hersteller.

Schwächer als BMW waren im Dax nur noch die Titel der Deutschen Post mit minus 1,5 Prozent, die damit ihrem bisherigen Rekordlauf ebenfalls noch etwas mehr Tribut zollten.

Nach einer Reihe kurzfristig verbuchter Grossaufträge blickt Aixtron noch optimistischer auf das Jahr. Für das zweite Quartal erwartet der LED- und Chipindustrieausrüster Auftragseingänge "auf dem hohen Niveau" des ersten Jahresviertels. Auch für den Rest des Jahres sei mit einer starken Kundennachfrage zu rechnen, hiess es zur weiteren Begründung der erneut erhöhten Prognose. Die Aixtron-Anteile sprangen auf ein Hoch seit 2011 und notierten zuletzt noch gut 14 Prozent höher.

Andere Halbleiterwerte beeinflussten die Aixtron-Nachrichten ebenfalls positiv. Mit plus 2,1 Prozent waren etwa Infineon vorne im Dax.

Gut fünf Prozent gewannen die Aktien des Aussenwerbekonzerns Ströer . Die US-Bank Morgan Stanley hatte sie auf "Overweight" hochgestuft./ajx/fba

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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