Morning Briefing - International

09.09.2020 07:37

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AKTIEN

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DEUTSCHLAND: - LEICHT IM PLUS - Der Dax dürfte am Mittwoch kaum verändert starten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut eineinhalb Stunden vor der Eröffnung mit 12 992 Punkten 0,18 Prozent über dem Xetra-Schluss vom Dienstag. Nach einem erholten Wochenstart und einem erneuten Rutsch am Dienstag bleibt der Dax im Bereich von 13 000 Punkten auf Schlingerkurs. "Bisher gibt es keine Antwort auf die aktuell am häufigsten gestellte Frage: Es bleibt offen, ob wir uns in einer normalen Korrektur befinden oder am Auftakt des zweiten grossen sell-offs in diesem Jahr", erklärte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. In der Vorwoche hatte es mit dem Anstieg auf 13 460 Punkten noch nach einem Vorstoss in alte Rekordhöhen aus dem Februar ausgesehen. Der scharfe Einbruch der Technologiewerte an der Nasdaq bremste diesen jedoch aus.

USA: - DEUTLICH IM MINUS - Der Kursrutsch an den New Yorker Börsen ist am Dienstag nach dem verlängerten Wochenende ungebremst weiter gegangen. Experten zufolge machten die Anleger im grossen Stil weiter Kasse vor allem bei Technologiewerten, die in den zurückliegenden Monaten als grösster Treiber der Erholung vom Corona-Crash galten. Der von der Tech-Branche geprägte Nasdaq 100 wurde von der Verkaufswelle weiter mit voller Wucht erfasst: Er sank um 4,77 Prozent auf 11 068,26 Punkte und ging dabei unweit seines Tagestiefs aus dem Handel. Nachdem seine Rekordrally in der Vorwoche noch über 12 400 Punkten gegipfelt war, löschte er nun binnen weniger Tage seine Gewinne der vergangenen vier Wochen wieder aus. Der anhaltende Kursrutsch dehnte sich mit reduziertem Tempo auf den ganzen US-Aktienmarkt aus. Auch der Dow Jones Industrial fiel auf ein Tief seit ungefähr einem Monat. Am Ende sackte er um 2,25 Prozent auf 27 500,89 Punkte ab. Der marktbreite S&P 500 büsste 2,78 Prozent auf 3331,84 Zähler ein.

ASIEN: - VERLUSTE AUF BREITER FRONT - In Asien haben am Mittwoch alle wichtigen Aktienmärkte wegen der schwachen US-Vorgaben nachgegeben. In Tokio gab der Leitindex Nikkei-225 zuletzt mehr als ein Prozent nach. Der CSI 300 mit den 300 wichtigsten Aktien der chinesischen Festlandbörsen sackte 1,4 Prozent ab. Der Hang-Seng-Index der Sonderverwaltungszone Hongkong verlor im späten Handel knapp ein Prozent.

DAX             	12968,33	-1,01%
XDAX                12920,50	-1,58%
EuroSTOXX 50		 3267,37	-1,41%
Stoxx50        		 2944,22	-1,12%

DJIA             	27500,89	-2,25%
S&P 500        		 3331,84	-2,78%
NASDAQ 100  		11068,26	-4,77%

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ANLEIHEN / DEVISEN / ROHÖL

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RENTEN:

Bund-Future          174,31     +0,05%

DEVISEN:

Euro/USD       		1,1781		+0,03%
USD/Yen             105,93		-0,10%
Euro/Yen       		124,80		-0,06%

ROHÖL:

Brent               39,75       -0,03 USD
WTI                 36,68       -0,08 USD

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PRESSESCHAU

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- Sven-Christian Kindler, haushaltspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, fordert bei Tui-Hilfen staatliche Mitsprache im Konzern, Rheinische Post

- Lehrerpräsident Heinz-Peter Meidinger: Von Vergleichbaren Schulsysteme 'meilenweit entfernt', Passauer Neue Presse

- Oliver Hermes, Vorsitzender des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft, zu Nord Stream 2: Man kann laufende Projekte nicht gemäss der gerade herrschenden politischen Grosswetterlage an- und wieder abschalten, Rhein-Neckar-Zeitung

- Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) verbietet das Töten männlicher Eintagsküken in Deutschland ab Ende 2021 und fordert die Bürger auf, dann auch auf Eier aus dem Ausland zu verzichten, wenn die Tiere dort weiterhin geschreddet werden, Interview, Rheinische Post

- 57 Strassenverkehrsprojekte des Bundes werden 1,1 Milliarden Euro teurer als geplant, Rheinische Post

- Die Lufthansa will sich nach zwei Jahrzehnten aus der Wartung und Instandsetzung von kleineren Geschäftsreiseflugzeugen zurückziehen, Welt

- Der Börsenkandidat Hensoldt rechnet trotz Milliardenkosten durch die Corona-Pandemie nicht mit Einschnitten bei den Rüstungsausgaben, Interview mit Unternehmenschef Thomas Müller, Welt

- Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will gemeinsam mit der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und den Kultusministern der Länder bei einem zweiten Corona-Schulgipfel über einen Digitalisierungsschub für die Schulen beraten, Funke

- Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) will Frauen und Männer mit unerfülltem Kinderwunsch stärker unterstützen, Interview, Funke

- SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat die Ergebnisse des Autogipfels als wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Branche bewertet. Interview, Funke

- Automobilbranche setzt auf einen Transformationsfonds mit privatem Kapital, HB

- Den deutschen Lebensversicherern drohen durch die Überarbeitung von Solvency II steigende Kapitalanforderungen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sieht sich durch die Ergebnisse einer Auswirkungsstudie in seiner Kritik an den geplanten Änderungen bestätigt, Interview, BöZ

- Die EU-Kommission hat eine schnelle Prüfung der Corona-Wirtschaftshilfen in Deutschland zugesagt: "Wir halten hier nichts auf", Interview mit EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager, HB

- Steuerschätzung in Deutschland: Staat muss bis 2024 mit 36 Milliarden Euro weniger Einnahmen rechnen, HB

- Die Bundesregierung hat die Verabschiedung von Eckpunkten für das geplante Lieferkettengesetz erneut verschoben, HB

- China will Sanktionen gegen amerikanische Beamte verhängen, die offizielle Kontakte zu Taiwan unterhalten, Global Times

- Der Präsi­dent des Kieler Instituts für Weltwirt­schaft Gabriel Felbermayr beschreibt, wie Sanktionen gegen Russland funktionieren können: "Wenn Sanktionen, muss man kraftvoll zulangen", Interview, FAZ

- Sachverständiger Lars Feld erwartet komplette Erholung der deutschen Wirtschaft, Interview

- Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) hat als eine mögliche Konsequenz im Fall des vergifteten russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny vorgeschlagen, den Gas-Import aus Russland nach Deutschland zumindest zwischenzeitlich zu beenden, Spiegel

- Die Fed kann als Vorbild dienen, Gastbeitrag von Ökonomin Manuela Moschella, HB

- Noch immer profitieren europäische Banken von impliziten Staatsgarantien. Das Abwicklungsregime benötigt weitere Befugnisse, um seine Glaubwürdigkeitskrise zu überwinden, fordern Axel Wieandt (ex Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate) und Sascha Hahn (WHU Professor) in einem Gastbeitrag, HB

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(AWP)