Am Vortag waren die Rohölnotierungen erheblich unter Druck geraten, nachdem US-Inflationszahlen für Oktober bekannt gegeben wurden. Mit 6,2 Prozent markierte die Inflationsrate einen 31-jährigen Höchststand. Der Dollar wertete nach den Daten auf, was Erdöl für Investoren ausserhalb der Dollarraums verteuerte und auf deren Nachfrage lastete. Hintergrund der Dollar-Stärke sind steigende Zinserwartungen an die US-Notenbank Fed.

Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch verweist zudem auf Aussagen von US-Präsident Joe Biden. Dieser habe der Bekämpfung der Inflation höchste Priorität eingeräumt und dabei vor allem die steigenden Energiepreise im Blick. Zu diesem Zweck wurden von ihm zwei Gremien beauftragt, Massnahmen zur Senkung der Energiepreise zu erörtern. Laut Fritsch könnte dies auch zu der Freigabe der strategischen Rohölreserven führen.

Auch neue Lagerdaten aus den USA lasteten auf den Ölpreisen. Das US-Energieministerium hatte am Vortag moderat steigende Vorräte an Rohöl gemeldet. Es war der dritte Wochenanstieg in Folge. Die wachsenden Reserven dämpfen etwas die Sorgen über ein zu knappes Rohölangebot, die zuletzt den Markt dominiert hatten./jsl/bgf/jha/

(AWP)