Yukos-Aktionäre ziehen letzte Pfändungsklagen zurück

Russland hat im milliardenschweren Dauerstreit mit den Altaktionären des zerschlagenen Ölkonzerns Yukos einen Etappensieg errungen. Diese brachen am Dienstag ihre Versuche ab, russisches Staatseigentum im Ausland beschlagnahmen zu lassen. Yukos gehörte früher dem Oligarchen Michail Chodorkowski.
10.10.2017 16:50

In Frankreich wurden als letztem Land alle Pfändungsklagen zurückgezogen, teilte die Firma GML in Gibraltar mit. Auch Russlands Justizminister Alexander Konowalow bestätigte die neue Lage.

Die Aktionäre hatten versucht, 50 Milliarden US-Dollar Schadenersatz (derzeit 42,3 Milliarden Euro) einzutreiben. Diese Summe war ihnen 2014 von einem Schiedsgericht in Den Haag zugesprochen worden, weil Yukos zu Unrecht enteignet worden sei. Russland hatte Chodorkowski wegen angeblicher Steuerhinterziehung verurteilt und die Yukos-Filetstücke dem Staatskonzern Rosneft zugeschlagen.

Der Anspruch auf Schadenersatz wurde indes 2016 vom Bezirksgericht Den Haag kassiert. Das wiederum versuchen die Yukos-Altaktionäre vor dem Berufungsgericht anzufechten. Man wolle sich auf diesen Teil des Verfahrens konzentrieren, sagte GML-Chef Tim Osborne einer Mitteilung zufolge. Zuvor hatten Pfändungsversuche in Deutschland, Frankreich, Belgien, Schweden, den USA und Indien kein Ergebnis gebracht.

Chodorkowski ist an dem juristischen Streit nicht mehr beteiligt und konzentriert sich auf politische Oppositionsarbeit gegen den Kreml./fko/DP/men

(AWP)