Zyperns Behörden befragen Ex-Frachtschiffbesitzer nach Explosion

Die zyprischen Behörden haben den früheren Besitzer des Frachtschiffs "Rhosus", Igor Gretschuschkin, befragt. Das Schiff soll 2013 grosse Mengen Ammoniumnitrat in den Hafen von Beirut gebracht haben, welches für die verheerende Explosion im Hafen der libanesischen Hauptstadt ursächlich sein könnte. Die Befragung von Gretschuschkin sei auf Antrag der libanesischen Polizei geschehen, wie der Sprecher der zyprischen Polizei Christos Andreou am Freitag im Staatsradio sagte. Die libanesischen Behörden hätten den Zyprern "einige Fragen geschickt", die der 43-jährige Russe "gerne beantwortet" habe.
07.08.2020 11:41

Welche Fragen das waren, sagte der Sprecher nicht. Die Antworten sollten rasch übersetzt und den libanesischen Behörden übermittelt werden. Zypern sei bereit, weitere Wünsche des Libanon zu erfüllen, fügte der Sprecher hinzu.

Wie die zyprische Presse berichtete, wollten die Libanesen erfahren, woher die Fracht stammte, die nach mehreren Jahren in Beirut mit verheerenden Folgen explodierte und wohin sie gebracht werden sollte. Der Russe mit einer Aufenthaltserlaubnis auf Zypern sei wieder frei, berichtete die zyprische Zeitung "Phileleftheros".

In Beirut hatte eine heftige Detonation am Dienstag grosse Teile des Hafens zerstört und ganze Strassen im Zentrum in Scherben und Trümmer gelegt. Mindestens 149 Menschen starben, rund 300 000 haben durch die Explosion ihr Zuhause verloren./tt/DP/fba

(AWP)