Addex wegen Covid-19-Pandemie mit tieferen Forschungsausgaben 2020

(Meldung um Aussagen des CEOs ergänzt) - Beim Biotechunternehmen Addex hat die Coronakrise 2020 für Verzögerungen bei den geplanten Forschungsprojekten gesorgt. Damit hat sich auch der Verlust im Gesamtjahr verringert. In den kommenden Monaten sollen die verschobenen Projekte dann aber endlich starten, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.
11.03.2021 10:57

"Nachdem uns die Covid-19-Pandemie 2020 aufgehalten hat, werden wir im Laufe des ersten Halbjahres nun durchstarten", erklärt CEO Tim Dyer im Gespräch mit AWP. Am wichtigsten ist dabei der Start der Phase-IIb/III-Studie mit dem Kandidaten Dipraglurant zur Behandlung von Levodopa-induzierter Dyskinesie im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit. Sie ist derzeit das wichtigste Projekt des Biotech-Unternehmens. Der Start soll im Lauf des ersten Halbjahres erfolgen.

"Für diese Studie hatten wir alle wichtigen Vorbereitungen an sich schon 2019 getroffen", so Dyer. Es sei aber sinnvoll gewesen, mit dem Start der Studie zu warten. "Es war zwar enttäuschend, die Studie nicht im Jahr 2020 beginnen zu können, aber wir hatten Glück, dass wir nicht in der Situation waren, die Studie wegen der Pandemie abbrechen zu müssen, denn das wäre viel schwieriger und kostspieliger gewesen." Nicht zuletzt die laufenden Impfkampagnen sollten auch den Addex-Plänen zugutekommen.

Darüber hinaus soll bis Ende Juni eine Phase-IIa-Studie mit dem Mittel zur Behandlung von Blepharospasmus (unkontrolliertes Zusammenpressen oder Zucken der Augenlider) beginnen.

Programme werten auf

"Diese beiden Studien werden wir in eigener Regie durchführen", erklärt Dyer weiter. "Nachdem Addex seit mehr als sechs Jahren keine eigenen Studien mehr durchgeführt hat, wertet der Start dieser Programme unseren Wert auch für Investoren auf."

Zusammen mit dem Partner Janssen werde man zudem im Laufe des zweiten Quartals noch eine Phase-II-Studie mit dem Kandidaten ADX71149 zur Behandlung von Epilepsie starten.

Die Mittel dazu seien vorhanden. So betrugen die liquiden Mittel per Ende 2020 18,7 Millionen Franken oder 20,2 Millionen US-Dollar. Im Januar hatte sich Addex dann noch weitere 11,5 Millionen US-Dollar am Kapitalmarkt beschafft. Insgesamt sollten diese Mittel bis Mitte 2022 reichen.

Die Finanzierungsrunde im Januar in den USA bezeichnet der CEO als sehr erfolgreich. Nicht zuletzt durch eine breite Platzierung bei verschiedenen Investorengruppen habe man sich dabei einem breiten Publikum vorgestellt. Was weitere Finanzierungsrunden betreffe, bleibe man dem Thema gegenüber offen eingestellt. "Denkbar wären auch weitere Partnerschaften für einige unserer weiteres Assets aus der frühen Pipeline."

Analysten eher vorsichtig

Da Addex noch keine Medikamente auf dem Markt hat, beschränken sich die Einnahmen auf Meilensteinzahlungen aus Forschungskooperationen. Diese beziffert Addex in der Mitteilung auf 3,9 Millionen Franken nach 2,8 Millionen 2019.

Wegen der Verzögerungen bei den geplanten Forschungsprojekten sanken die Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2020 um zwei auf 10,4 Millionen Franken. Als Folge verringerte sich auch der Verlust um knapp zwei Millionen auf 12,9 Millionen Franken.

Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentarn eher zurückhaltend. Bei Baader Helvea moniert der zuständige Experte, dass Addex ohne grosse Fortschritte in der Pipeline 2020 deutlich mehr Cash verbrannt habe. Bei Mirabaud wiederum zeigt sich der zuständige Fachmann überzeugt, dass das Biotechunternemen mittelfristig nochmals Mittel brauchen werde.

Auch am Markt fällt die Reaktion eher zurückhalten aus. Die Addex-Aktien geben etwa eine Stunde nach Handelsstart 2,9 Prozent auf 1,67 Franken nach

hr/cf

(AWP)