AMS steigert Umsatz, schreibt aber rote Zahlen - Höhere Mittelfristziele

(Zusammenfassung) - Der Halbleiterhersteller AMS hat im zweiten Quartal 2017 deutlich mehr Umsatz erzielt, unter dem Strich jedoch rote Zahlen geschrieben. Für das dritte Quartal bestätigt die Gesellschaft den angekündigten Wachstumsschub und stellt markant höhere operative Margen in Aussicht. Die mittelfristigen Wachstumspläne sind nun noch ehrgeiziger.
25.07.2017 13:18

Das Management von AMS schreibt von einer "sehr positiven" Geschäftsentwicklung im zweiten Quartal. Die Nachfrage nach Sensorlösungen habe sich gut entwickelt. Sowohl die Consumer & Communications-Sparte, die zum Beispiel die beiden Smartphonehersteller Samsung und Apple beliefert, als auch die Sparte "Industrie, Medizintechnik und Automotive" hätten erfreuliche Resultate erwirtschaftet, teilte das österreichische Unternehmen, dessen Aktien an der SIX gehandelt werden, am Montagabend mit.

Konkret nahmen die Verkäufe zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 37% auf 181,5 Mio EUR zu. Damit wurden die eigenen Prognosen leicht übertroffen: AMS hatte Verkäufe im Wert zwischen 174 bis 181 Mio EUR in Aussicht gestellt. Im gesamten ersten Halbjahr nahmen die Verkäufe um 23% auf 330,8 Mio EUR zu.

REKORD IM ZWEITEN HALBJAHR

Die Q2-Zahlen geben laut dem Management aber nur einen Vorgeschmack auf das, was noch kommt. So erwartet AMS für das laufende dritte Quartal eine "erhebliche Aufwärtsdynamik". Der Hochlauf neuer optischer Lösungen im Consumer-Geschäft beginne sich auszuwirken, hiess es. Konkret wird ein Umsatz zwischen 260 und 290 Mio EUR angepeilt - wobei ein EUR/USD-Wechselkurs von 1,16 angenommen wird. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Bestandteile für das nächste iPhone ein Treiber für diese Steigerung sein sollen.

Darüber hinaus soll im gesamten zweiten Halbjahr eine "Rekordentwicklung" erreicht werden - mit einem "erheblichen sequentiellen Umsatzwachstum im vierten Quartal mit einer erwarteten Wachstumsrate des Umsatzes in der Grössenordnung der erwarteten Wachstumsrate vom zweiten zum dritten Quartal", wie es das Unternehmen formuliert.

Mittelfristig sind die AMS-Chefs nun optimistischer gestimmt. Für den Zeitraum 2016 bis 2019 wird nun eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 40% angestrebt (bislang: 30%). Die EBIT-Marge (bereinigt) soll dabei ab 2019 unverändert bei 30% zu liegen kommen.

Dabei sollten beide Sparten die Marke von 30% Marge übertreffen, erklärte das Management am Dienstag an einer Telefonkonferenz. CEO Alexander Everke zeigte etwa sich zuversichtlich, künftig für hochwertige Smartphones Bauteile für bis zu 10 USD das Stück liefern zu können.

FABRIKEN NICHT AUSGELASTET

Von solchen Margen ist AMS derzeit noch weit entfernt. Im zweiten Quartal bildete sich die Bruttogewinnmarge (bereinigt) auf 41% von 56% zurück. Der EBIT (bereinigt) kam in der Folge mit 1,3 Mio EUR nur knapp im schwarzen Bereich zu liegen, und das Reinergebnis fiel mit -17,8 Mio EUR sogar klar negativ aus.

Der Rückgang der Profitabilität wurde vom Unternehmen so in Aussicht gestellt. Es verwies insbesondere auf die Unterauslastung von Fabriken, die in Erwartung des Wachstumsschub ausgebaut wurden. Deutlich angestiegen sind im Vorfeld des Wachstums auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung - auf knapp 54 Mio EUR von 32 Mio EUR im Q2-Vorjahresvergleich.

Schon für das laufende dritte Quartal wird nun aber eine Steigerung der Margen in Aussicht gestellt. Konkret soll die EBIT-Marge (bereinigt) bei über 10% zu liegen kommen. Möglich werde dies sein, weil die Produktionskapazitäten der übernommenen Firma Heptagon nun besser ausgelastet seien.

WEITERE GROSSINVESTITION

Daneben plant AMS weitere Grossinvestitionen. So sollen in Singapur innert zweier Jahre rund 100 Mio EUR in den Bau einer weiteren Fertigungslinie gesteckt werden. Man wolle sich damit auf hochvolumige Umsatzmöglichkeiten ab 2019 vorbereiten, die im Bereich "Vertical Cavity Surface-Emitting Lasers" lockten, hiess es zur Begründung.

Die Aktien von AMS tendieren am Dienstag deutlich tiefer (-5,1%). Denn im bisherigen Jahresverlauf hatten die Titel einen starken Lauf und haben sich zum aktuellen Kurs mehr als verdoppelt. Im Handel ist denn auch vor allem von Gewinnmitnahmen die Rede.

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(AWP)