Aryzta will ausserordentliche GV für Mitte August einberufen

Der Backwarenkonzern Aryzta reagiert auf den Antrag einer Aktionärsgruppe und will Mitte August eine ausserordentliche Generalversammlung (aoGV) abhalten. Die detaillierte Einberufung soll gemäss den Statuten bis Mitte Juli erfolgen, wie Aryzta am Montagabend mitteilte.
25.05.2020 20:00

Mit der vorgeschlagenen zeitlichen Planung der aoGV soll eine weitere organisatorische und operationelle Instabilität im Zusammenhang mit dem Coronavirus vermieden werden, heisst es in der Mitteilung. Darüber hinaus erleichtere eine solche zeitliche Planung die strategische und finanzielle Überprüfung, die vom Unternehmen als "dringend und wichtig" erachtet wird.

Der vorgeschlagene Zeitplan gebe ausserdem anderen Aktionären die Möglichkeit und die Zeit, ebenfalls Vorschläge zu präsentieren. Zudem stiegen damit die Chancen, dass die aoGV mit persönlicher Teilnahme der Aktionäre stattfinden könne.

Aktionärsgruppe machte Druck

Eine Aktionärsgruppe um Veraison und Cobas, die mit einem Stimmenanteil von 17,8 Prozent die grösste Aktionärin von Aryzta ist, hatte am vergangenen Donnerstag die Durchführung einer ausserordentlichen Generalversammlung beantragt. Der Verwaltungsrat müsse umgehend gestärkt werden, damit er das Vertrauen aller Aktionäre wieder aufbauen könne, hiess es von Seiten der Gruppe. Sie fordert unter anderem einen totalen Umbau des Verwaltungsrates.

Aryzta war bereits vor der Coronakrise finanziell angeschlagen, wird aber durch die Pandemie noch heftiger gebeutelt. Bereits 2018 musste eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden. Mit seinen Kreditgebern will der Konzern eine formelle Vereinbarung zur Lockerung der Kreditbedingungen unterzeichnen, wie er vor kurzem mitgeteilt hatte. Dadurch erhofft sich die Gruppe grösseren finanziellen Spielraum.

Die Gruppe kündigte damals zudem an, die Kosten senken zu wollen und Massnahmen zur Sicherung des Barmittelbestands zu ergreifen. Acht Werke sollen vorübergehend geschlossen werden. Davon stehen drei in Europa und fünf in Nordamerika. Etwa 30 Prozent des Personals wurde beurlaubt. Damals hiess es auch, dass die Überprüfung bis Ende Juli abgeschlossen sei. Nun wird das ganze offenbar etwas vorgezogen, allerdings nur um wenige Wochen.

uh/

(AWP)