Clariant-Aktie nach Jahreszahlen leicht im Minus

Die Aktien von Clariant tendieren am Mittwochmorgen nach einem Zickzack-Kurs leichter. Der Chemiekonzern hat ein turbulentes Geschäftsjahr mit Resultaten leicht über den Prognosen abgeschlossen. Dem Jahresabschluss und insbesondere dem Ausblick fehlte es aber an einem eigentlichen Überraschungsmoment. Auch liess sich die Gesellschaft bezüglich Strategie nicht in die Karten schauen.
14.02.2018 09:42

Bis gegen 9.25 Uhr verlieren Clariant in einem volatilen Handel 1,2% auf 24,61 CHF. Zwischenzeitlich waren die Titel aber bis auf 25,24 CHF gestiegen. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert im Gegenzug deutlich höher.

Insgesamt habe Clariant "gesunde" beziehungsweise "solide" oder "zufriedenstellende" Resultate vorgelegt, halten etwa die Analysten von Bernstein respektive der UBS und Kepler Cheuvreux fest. Hervorzuheben ist gemäss der Bank Vontobel der Anstieg der EBITDA-Marge um 10 Basispunkte vor dem Hintergrund, dass der Konsens eine Kontraktion von 10 Basispunkte erwartet hatte. Dabei habe die Margenentwicklung insbesondere im Bereich Natural Resources aber auch bei Care Chemicals für eine positive Überraschung gesorgt, ergänzen die Analysten von Barclays.

Wie immer zu diesem Zeitpunkt des Jahres sei der Ausblick des Unternehmens vage geblieben, monieren die Experten von Barclays. So rechnen die Muttenzer für das laufende Jahr mit einem nicht näher bezifferten Wachstum in Lokalwährungen sowie einer Verbesserung des operativen Cashflow, des absoluten EBITDA und der EBITDA-Marge vor Einmaleffekten.

Diese qualitativen Aussagen würden den Konsenserwartungen entsprechen, ergänzen die Experten von Bernstein. Zudem erwarte das Management nun ein gutes wirtschaftliches Umfeld sowohl in den entwickelten als auch den Emerging Marktes. Im Kontrast dazu habe die Gesellschaft im dritten Quartal noch einen gemischten makroökonomischen Ausblick gemacht, so die Analysten weiter.

Bestätigt wurde ferner das mittelfristige Ziel, eine Position in der Spitzengruppe der Spezialchemie-Branche zu erreichen. Dies gehe einher mit einer EBITDA-Marge zwischen 16% und 19% und einer Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) über dem Durchschnitt der Peer-Gruppe. Er rechne damit, dass Clariant im laufenden Jahr eine EBITDA-Marge am unteren Ende des Zielbandes erreichen werde, schreibt Markus Mayer von Baader Helvea. Vor diesem Hintergrund seien die Konsensprognosen 3-4% zu tief angesetzt.

Kein Wort verlor das Unternehmen dagegen zur jüngsten Entwicklungen im Aktionariat - ein Aktienpaket von 25% ist vom aktivistischen Investor White Tale an die saudische Sabic gegangen - noch mögliche strategische Initiativen. Auch die meisten Analysten enthielten sich dazu eines Kommentars, nicht aber Lorena Zini, Analystin der Bank Vontobel. Diese zeigt sich enttäuscht darüber, dass das Unternehmen keinen Blick in die Strategie gewährte. Sie erhofft sich, während des Conf Calls mit dem Unternehmen am Vormittag mehr Informationen zu erhalten.

Zu Wort meldet sich auch Christian Faitz von KeplerCheuvreux. Der Markt glaube derzeit, so der Experte, dass Sabic nicht allzu viel mit seinen Engagement vorhabe. Seiner Meinung nach sei dies aber - zumindest mittelfristig - nicht der Fall. Auch Mayer ist der Ansicht, dass sich Sabic längerfristig nicht mit seiner Position als Minderheitsaktionär zufrieden geben werde. Es bestehe eine Wahrscheinlichkeit von 70%, dass es zu einer Übernahme kommen werde.

sig/rw

(AWP)