Corona-Folgen: Montana-Tech-Tochter Varta senkt Umsatzprognose

(Ausführliche Fassung) - Der Batteriekonzern Varta senkt wegen Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie seinen Jahresausblick. Einige Kunden seien von Verzögerungen bei der Lieferung von Rohstoffen oder Halbleitern betroffen, teilte die Montana-Tech-Tochter am Freitag in Ellwangen mit. Einige hätten auch durch lokale Lockdowns in Asien ihre Produktion zeitweise gestoppt. Zudem habe der verzögerte Start neuer Kundenprojekte zuletzt belastet. Vor diesem Hintergrund lägen die Neunmonatszahlen unter den Markterwartungen.
05.11.2021 07:54

Für 2021 rechnet Varta nun mit einem Umsatzanstieg um 3,5 Prozent auf 900 Millionen Euro statt auf 940 Millionen Euro. Vom Umsatz sollen weiterhin rund 30 Prozent als bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) hängen bleiben, was absolut nun rund 275 Millionen Euro entspreche. Mehr Details zum Ausblick dürfte es dann bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal am 11. November geben.

Varta ist insbesondere stark bei Lithium-Ionen-Knopfzellen für die immer beliebteren kabellosen Kopfhörer, aber auch für Hörgeräte. Allerdings hat der Konzern auch die Haushaltsbatterien mit dem Markennamen Varta seit Anfang 2020 wieder im eigenen Haus. Zudem produziert Varta Wallboxen und andere Energiespeicher. Seit einiger Zeit rechnet sich das Unternehmen auch mit Batteriezellen für Elektroautos wachsende Chancen aus.

Mit Blick auf das Geschäft rund um die E-Mobilität will der MDax-Konzern nun erst einmal reichlich Geld in die Hand nehmen. "In den Geschäftsjahren 2022 und 2023 bereitet sich das Unternehmen auf eine grosse Wachstumsoffensive mit der neu entwickelten ultra-hochleistungsfähigen V4Drive-Zelle und dem Einstieg in das E-Mobility-Geschäft vor", heisst es in der Mitteilung vom Freitag.

Hierfür werde viel in die Mitarbeiterqualifikation, die Einstellung neuer Angestellter sowie in neue Produktionsanlagen investiert. Erste Umsatz- und Ergebnisbeiträge aus diesem Geschäftsfeld würden ab 2024 erwartet.

Vor diesem Hintergrund werde das bereinigte operative Ergebnis in den kommenden beiden Jahren voraussichtlich langsamer wachsen als der Umsatz, hiess es weiter. Beim Umsatz rechnet das Management für 2022 und 2023 mit einem Anstieg um jeweils rund 100 Millionen Euro. Varta könnte 2022 also die Umsatzmilliarde knacken. Die durchschnittlichen Analystenschätzungen für die nächsten zwei Jahre sind allerdings höher.

Ein Händler sieht denn auch den Umsatzausblick für die kommenden beiden Jahre als mögliche Belastung für die Aktie. Schliesslich habe die Umsatzentwicklung nichts mit den angekündigten Investitionen in das Geschäft mit Batterien für E-Autos zu tun.

Für die Aktien von Varta zeichneten sich am Freitagmorgen im vorbörslichen Handel prozentual zweistellige Verluste ab. Damit wäre die jüngste Erholung seit Anfang Oktober wieder dahin. Auch könnte für 2021 damit wieder ein Minus auf dem Kurszettel stehen./mis/lew/men

(AWP)

 
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