Ehemaliger Fifa-Präsident Sepp Blatter bleibt gesperrt

(Mit weiteren Angaben ergänzt)
05.12.2016 16:42

Fussball (awp/sda) - Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter bleibt für sechs Jahre gesperrt. Der Einspruch des 80-Jährigen vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne wird abgelehnt.

"Aufgrund des Verlaufs des Prozesses war kein anderes Verdikt zu erwarten", wurde Blatter in einem schriftlichen Statement zitiert. Der Walliser war von der Ethikkommission der FIFA im Dezember 2015 zunächst für acht Jahre von allen Fussball-Aktivitäten suspendiert worden. Später reduzierte die Rekurskommission des Verbandes die Sperre auf sechs Jahre, mit Verweis auf die aus ihrer Sicht grossen Verdienste des langjährigen FIFA-Präsidenten.

Grund für die Sperre ist eine dubiose Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an den ehemaligen UEFA-Chef Michel Platini durch Blatter aus dem Jahr 2011. Laut Blatter und Platini handelte es sich dabei um eine verspätete Lohnzahlung für Beratertätigkeiten des Franzosen, dessen Sperre vom CAS bereits im Mai auf vier Jahre verkürzt worden war.

Blatter bestreitet nach wie vor jegliches Fehlverhalten und plädierte deshalb vor dem CAS auf Freispruch. Er empfindet es als irritierend, "dass die Existenz des mündlichen Vertrags zwischen der FIFA und Michel Platini trotz meiner und weiterer Zeugenaussagen weiterhin standhaft negiert wird. Auch ein UEFA-Protokoll, in dem die Abmachung erwähnt ist, wird nicht respektiert". Blatters Meinung nach wird das Prinzip der Rechtsprechung, dass die Schuld von der Anklage bewiesen werden muss, in seinem Fall nicht angewendet.

Die drei CAS-Richter unter dem Vorsitz des Niederländers Manfred Nan fanden keinen Beleg für die von Blatter und Platini vorgetragene Version eines mündlichen Vertrages zu der umstrittenen Zahlung. Somit habe Blatter die FIFA-Ethikregeln verletzt und Platini ein "unangemessenes Geschenk ohne Vertragsgrundlage" zukommen lassen. Somit steht nun also schwarz auf weiss, dass die schillernde Karriere von Blatter als FIFA-Funktionär beendet ist.

"In meinen 41 Jahren in der FIFA habe ich viel erlebt", lässt sich Blatter weiter zitieren. "Vor allem habe ich gelernt, dass man im Sport gewinnen, aber auch verlieren kann. In diesem Sinn muss ich diesen Entscheid akzeptieren." Deshalb wird er den Fall gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP nicht vors Bundesgericht weiterziehen. Ausgestanden ist die ganze Sache für Blatter aber noch nicht. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue.

(AWP)