Frei verfügbares Einkommen in Stadtkantonen laut CS-Studie am geringsten

Zürich (awp) - Die Unterhaltskosten in der Schweiz variieren laut einer Studie der Credit Suisse je nach Wohngemeinde stark. Am Ende des Monats bleibt vor allem in den Stadtkantonen Genf und Basel weniger im Portemonnaie übrig, wie es in einer Mitteilung der Credit Suisse vom Dienstag heisst. Demgegenüber sei es finanziell gesehen attraktiv im Kanton Uri oder Glarus wohnhaft zu sein.
13.12.2016 10:38

Die Grossbank errechnete in einer Studie zum verfügbaren Einkommen in der Schweiz für rund 2'300 Gemeinden die Lebenshaltungskosten. Neben geringen Wohnkosten zeichnen sich die günstigsten Kantone vor allem durch eine moderate Steuerbelastung und vergleichsweise geringe Krankenkassenprämien aus. Auch bei der Kinderbetreuung herrschen der Untersuchung zufolge grosse Unterschiede.

TEURE KINDERBETREUUNG IN DER DEUTSCHSCHWEIZ

Die Ausgaben für Kinderbetreuung wurden in der aktuellen Ausgabe der Studie erstmals berücksichtigt. Kosten für Kinderbetreuung belasten das Haushaltsbudget sehr unterschiedlich. Je nach Wohnort und Betreuungsmodell können die Kosten bei einem Erwerbseinkommen von 80'000 CHF und zwei Kindern mit zweitägiger Fremdbetreuung zwischen 3'000 CHF im Kanton Bern und über 26'000 CHF in anderen Landesteilen betragen. Und bei den maximalen steuerlichen Abzügen reicht die Bandbreite von 3'000 CHF im Kanton Wallis bis zu 19'000 CHF im Kanton Neuenburg.

Gemäss den Ökonomen der Credit Suisse weisen die Westschweizer Kantone im Allgemeinen höhere Familienzulagen, Krippensubventionen sowie Betreuungsabzüge auf und sind für Familien mit Fremdbetreuungskosten insgesamt attraktiver als die Deutschschweizer Kantone.

MEHRBELASTUNG FÜR AUTOFAHRER

Die grosse Mehrheit von 70% aller Erwerbstätigen arbeitet den Angaben nach ausserhalb ihrer Wohngemeinde. Rund die Hälfte der Pendler benutzt dabei das Auto und ein Drittel den öffentlichen Verkehr. Da höhere Mobilitätskosten durch geringere Wohnkosten wettgemacht werden, lohnt sich laut Credit Suisse aus finanzieller Perspektive der Umzug in Agglomerationsgemeinden. Dabei seien aber Faktoren wie der Zeitverlust durch Staus ebenfalls zu berücksichtigen.

Auch die Halbierung der Steuerabzüge für Autofahrer spielt dabei eine Rolle, so die Studie. Namentlich Kantone wie Zürich und Basel-Stadt sind für Autofahrer dadurch weniger attraktiv. Kantone wie Uri, Glarus und Graubünden lassen hingegen weiterhin unbeschränkte Abzüge für Pendler bei der kantonalen Steuerberechnung zu.

sta/ys

(AWP)