HLEE beteiligt sich mit 25% an HLC - Angebot für Constantin geplant

(Zusammenfassung, ergänzt mit Reaktion CMAG/Hahn am Schluss des Textes) - Die an der Schweizer Börse SIX kotierte Highlight Event and Entertainment AG (HLEE) beteiligt sich mit 25% an der in Frankfurt kotierten, aber ebenfalls schweizerischen Highlight Communications AG (HLC). Mit dem Schritt soll der seit längerer Zeit andauernde Streit um die Constantin Medien AG (CMAG) gelöst werden.
12.06.2017 14:03

HLC hat für die Kapitalerhöhung unter Verwendung des genehmigten Kapitals 15,75 Mio Aktien ausgegeben, wobei der Bezugspreis auf 5,20 EUR pro Aktie festgelegt wurde. Das Aktienpaket ist entsprechend mit rund 81,9 Mio EUR bewertet. Die Aktien seien von einer Schweizer Bank fest übernommen worden und würden vollumfänglich bei der HLEE platziert, teilte diese am Montag mit.

CMAG-AKTIENTEIL AN HLC SINKT AUF 45%

Die Aktien seien noch nicht im Handelsregister eingetragen, aber trotzdem voll stimmberechtigt, heisst es. Die Transaktion dient laut Mitteilung der Vorbereitung eines Übernahmeangebots für die CMAG. Diese hält gemäss Geschäftsbericht Ende 2016 einen Anteil von gut 60% an HLC, der nach der jetzt angekündigten Kapitalerhöhung auf gut 45% sinkt.

HLEE, die vom neuen FCB-Präsidenten Bernhard Burgener kontrolliert wird, will mit der Kapitalerhöhung bei HLC die "festgefahrene Situation" um CMAG deblockieren. Burgener möchte dazu mit einen Übernahmeangebot die Stimmenmehrheit und langfristig sämtliche Aktien von CMAG erwerben. Die Finanzierung ist laut den Angaben allerdings noch nicht gesichert, HLEE will aber "darauf hinarbeiten". Eine endgültige Entscheidung durch den HLEE-Verwaltungsrat sei denn auch noch nicht getroffen worden. Gegebenenfalls würde die Transaktion durch die HLC unter Beteiligung der HLEE durchgeführt, heisst es.

Bei CMAG schwelt seit längerem ein Machtkampf zwischen Präsident Dieter Hahn und dem Schweizer CMAG-Aktionär und HLEE-Mehrheitsaktionär Bernhard Burgener, die beide etwa 30% an dem deutschen Unternehmen halten. Hahn möchte die HLC-Filmsparte verkaufen, um die Expansion der Sportvermarktung zu finanzieren, Burgener lehnt das hingegen ab.

Hahn und der CMAG-Vorstandsvorsitzende Fred Kogel haben laut HLEE deren Stimmrechte bei der CMAG "mehrfach rechtswidrig ausgeschlossen". Der Rechtsweg sei zwar beschritten, werde aber ohne die Kapitalerhöhung noch länger andauern. Mit einer Übernahme der CMAG wolle man nun die Aktionärsrechte durchsetzen, aber auch die Voraussetzungen für eine Optimierung der Konzern- und Führungsstruktur sowie Synergien schaffen.

CMAG-Präsident Dieter Hahn blockiert bekanntlich auch die laufende Kapitalerhöhung bei HLEE, indem er laut HLEE kurzfristig vor der GV über eine durch ihn kontrollierte Gesellschaft 100 Aktien gekauft hat und damit eine sogenannte Handelsregister Registersperre erwirkt hat. Um die nun durchgeführte Kapitalerhöhung der HLC zu verhindern, hatte die CMAG bei der HLC ebenfalls eine Registersperre erhoben, die aber vom zuständigen Zivilkreisgericht Basel-Landschaft abgewiesen worden sei. Die CMAG kann dieses Urteil laut HLEE aber noch weiterziehen.

GELASSENHEIT IN MÜNCHEN

Bei Constantin Medien sehe man den heutigen Schritt von Burgener derweil gelassen, sagt Sprecherin Sabine Lais auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Sowieso schrieben die Schweizer selber, dass noch kein Übernahmeangebot vorliege und zudem fehle auch ein Finanzierungsbeweis.

Noch vor Bekanntgabe des Übernahmeplans von Burgener wurde in Deutschland eine der zahlreichen Klagen gegen Dieter Hahn wieder hochgekocht. Gemäss (der gestrigen) "BildamSonntag" ermittelt die Staatsanwaltschaft München gegen Dieter Hahn wegen Verdachts auf Insiderhandel. Ihm werde vorgeworfen, er habe 2015 Insiderwissen über den Champions-League-Vertrag von Highlight Communications frühzeitig erhalten und genutzt, um Aktien zu erwerben.

Laut dem Sprecher von Hahn, Norbert Essing, geht die Anzeige wegen Insiderhandel auf Burgener zurück und wurde bereits letztes Jahr bekannt. Zum Bruch zwischen den beiden sei es anfangs 2015 gekommen. Hahn wollte nicht nur Constantin Film verkaufen, sondern auch Highlight Communications abschaffen, weil er sie überflüssig finde.

uh/rw

(AWP)