Kudelski-CEO sieht grosses Potential im Cybersecurity-Geschäft

Zürich (awp) - Der Westschweizer Sicherheits- und Verschlüsselungsspezialisten Kudelski will in Zukunft das Cybersecurity-Geschäft kräftig ausbauen und tut dies hauptsächlich in den USA. "Das grösste Marktpotenzial liegt dort", sagte André Kudelski, seit 1991 CEO und Präsident des Unternehmens in Personalunion, im Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (Ausgabe vom 7.12.).
07.12.2016 09:54

"Wir wollen ein führender Anbieter von Cybersecurity-Produkten und -Dienstleistungen werden", so Kudelski weiter. Die Basis dazu habe man mit der Akquisition von Milestone Systems und der Rekrutierung namhafter Persönlichkeiten aus der Branche geschaffen.

Mit einem geschätzten Umsatz von 90 Mio CHF ist der Geschäftsbereich allerdings noch nicht profitabel. "Wir investieren in Wachstum. Die Sparte soll in fünf Jahren eine kritische Grösse erreicht haben. Dann fokussieren wir auf den Gewinn", hält der CEO dazu fest. Langfristig soll die EBITDA-Marge 5-10% erreichen.

Auf die Frage zu möglichen weiteren Zukäufen in der IT-Sicherheit sagte André Kudelski: "Wir wollen keinen Umsatz kaufen, sondern uns positionieren. Milestone gibt uns Zugang zum nordamerikanischen Cybersecurity-Markt, zu langjährigen Kundenbeziehungen und einem etablierten Vertriebsnetz." Die Technologie wolle man aber selber entwickeln.

In der Sparte Public Access rechnet Kudelski mit einem Umsatzwachstum von 10% bei einer Betriebsmarge von ebenfalls 10%. Das Umsatzplus von 50% im ersten Semester sei unter anderem auf Akquisitionen zurückzuführen gewesen, während auch die Massnahmen zur Verringerung der saisonalen Schwankungen Wirkung gezeigt hätten.

Derweil befinde sich der digitale Fernsehmarkt in einer "grundlegenden Transformation", wobei die Digitalfernsehkunden von Kudelski den Streamingdienst Netflix nun verstärkt als Partner sehen. "Netflix ist gut für uns. Wir wollen Digital-TV-Betreiber und Netflix an einen Tisch bringen", so Kudelski. iDTV sei ein profitables Geschäft, aber die aktuellen Marktveränderungen machten die Gewinnentwicklung weniger vorhersehbar.

An den im August anlässlich der Halbjahrespräsentation nach oben angepassten Gruppenzielen hält der Kudelski-Chef indessen fest: "Wir wollen über 1 Mrd CHF umsetzen und ein Betriebsergebnis zwischen 90 und 100 Mio erreichen." Für das laufende Jahr soll ein Teil der Ausschüttung als Dividende und ein weiterer als Kapitalrückerstattung an die Aktionäre zurückgeführt werden. Ausserdem will André Kudelski an seiner Doppelfunktion "vorläufig" festhalten.

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(AWP)