Logitech erhöht nach gutem dritten Quartal die Ziele 2016/17 - Aktie im Plus

(Zusammenfassung mit Schlusskurs) - Logitech hat sich im wichtigen Weihnachtsgeschäft deutlich besser geschlagen als erwartet. Im dritten Quartal des Geschäftsjahrs 2016/17 (per Ende Dezember) stiegen Umsatz und Gewinn deutlich. In der Folge erhöht das Management nun die Ziele für das Gesamtjahr. Die Politik des neuen US-Präsidenten bereitet keine Sorgen. An der Börse gab es Applaus.
25.01.2017 18:03

Es ist schon die zweite Anhebung der Ziele im laufenden Geschäftsjahr. Und wiederum geht es um mehr als eine Nuance: Neu rechnet das Management um CEO Bracken Darrell mit einem Umsatzplus im Retailgeschäft von 12% bis 13%. Ursprünglich hatte es ein Plus im mittleren, einstelligen Bereich angepeilt, dann ein Wachstum von 8% bis 10%.

Angehoben wurde auch das EBIT-Ziel (non-GAAP): Es wird nun ein Wert zwischen 225 und 230 Mio USD angestrebt statt der bisherigen 195 bis 205 Mio USD. Es blieb dem Management kaum eine andere Wahl. Denn nach neun Monaten wurde bereits ein Wert von 201,8 Mio USD ausgewiesen.

"Das dritte Quartal übertraf unsere Erwartungen mit einem breiten Wachstum über alle Regionen und fast alle Produktkategorien", kommentierte CEO Darrell am Mittwoch die Zahlen des dritten Quartals und lieferte damit gleichzeitig eine Begründung für die neuen Ziele. Zudem zeigte er sich optimistisch für die nächsten Monate: Er sei zum Beispiel, was die Innovations-Pipeline angeht, so zuversichtlich wie noch nie.

BEGEHRTES GAMING-ZUBEHÖR

Konkret stieg der Umsatz im dritten Quartal um 7% auf 666,7 Mio USD. Die Retailverkäufe, was seit der Trennung vom OEM-Geschäft (Komponenten und Produkte für andere Markenhersteller) mittlerweile der einzige Verkaufskanal ist, legten gar um 12% (+13% in LW) zu.

Bei den verschiedenen Produktkategorien stachen Gaming-Zubehör (+38%), Videokonferenzprodukte (+37%) sowie die mobilen Lautsprecher (+25%) ins Auge. Die traditionellen Produktkategorien PC-Mäuse und -Tastaturen, die noch immer rund 40% zum Umsatz beisteuern, trugen mit +2% und +8% ebenfalls zum Wachstum bei.

Etwas gebremst wurde Logitech durch Lieferengpässe bei der übernommenen Firma Jaybird, die auf Bluetooth-Kopfhörer spezialisiert ist. Zudem harzte der Absatz von Tablet-Zubehör (-31%). Strategisch blieben die Tablets für ihn wichtig, betonte Darrell.

BRUTTOMARGE AUF REKORDNIVEAU

Der Bruttogewinn nahm derweil um gut 18% auf 246,8 Mio USD zu und die entsprechende Marge kam bei 37,0% nach 33,6% zu liegen. Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen jedoch - aus saisonalen Gründen - einen abnehmenden Wert in Aussicht. Auch am Mittelfristziel einer Marge zwischen 35% und 37% wird laut dem CEO trotz des guten Quartalwertes nichts geändert.

Der EBIT (non-GAAP) stieg derweil um 34% auf 99,1 Mio USD. Und unter dem Strich steht ein rund 50% höherer Reingewinn von 97,5 Mio USD.

In den ersten neun Monaten nahm der Umsatz um 8% auf 1,71 Mrd USD zu und der EBIT (non-GAAP) um 29% auf 201,8 Mio USD; der Reingewinn erhöhte sich auf 166,5 Mio von 90,6 Mio USD.

NEUES MEHRJAHRESHOCH

Mit den ausgewiesenen Quartalszahlen hat Logitech nicht nur die eigenen Erwartungen, sondern auch die Prognosen der Analysten zum Teil massiv übertroffen. An der Börse gehörten Logitech am Mittwoch zu den Hauptgewinnern. Seit dem frühen Handel standen sie zweistellig im Plus. Zum Handelsende resultierte in einem festen Gesamtmarkt ein Kursgewinn von knapp 16%. Die Valoren hatten schon zuletzt einen guten Lauf und Anfang Jahr ein neues Mehrjahreshoch markiert. Dieses wurde nun noch einmal deutlich übertroffen.

Keine Sorgen macht sich das Management übrigens über mögliche Einschränkungen des Freihandels unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump. "Wir warten ab und schauen, was passiert", sagte Darrell. Das Unternehmen lässt in Asien produzieren und verkauft die Produkte unter anderem in den USA - was Trump bekanntlich ein Dorn im Auge ist. Darrell betonte jedoch, dass dies in der Branche alle so machten. "Vielleicht sind wir sogar etwas flexibler als andere", fügte er an.

rw/cp

(AWP)