Lonza übernimmt Produktionsanlage von Shire in den USA

(Meldung vom Dienstag ergänzt um Marktkommentare und -Reaktion) - Lonza übernimmt in den USA vom Pharmaunternehmen Shire eine klinische Produktionsanlage. Die Anlage ergänzt und erhöht die bestehenden Kapazitäten von Lonza. Zu finanziellen Einzelheiten machte die Gesellschaft keine Angaben. Analysten bewerten die Akquisition als positiven Schritt.
04.10.2017 09:28

Die 5'388 Quadratmeter grosse Anlage im kalifornischen Hayward wird seit 1990 betrieben. Sie beinhalte unter anderem 1000L- und 2000L-Bioreaktoren sowie nachgelagerte Kapazitäten, die für die Herstellung von Medikamentenkandidaten in frühen klinischen Stadien eingesetzt werden. Die als Multiprodukt ausgelegte Anlage hat gemäss Mitteilung vom Dienstagnachmittag einen guten Track-Record. Die über 100 Angestellten erhalten die Möglichkeit, bei Lonza weiterzuarbeiten.

Die Anlage soll die bestehenden klinischen Anlagen im britischen Slough ergänzen und die Kapazitäten erhöhen, womit Lonza die Produkte ihrer Kunden über deren Lebenszyklus hinweg unterstützen könne, schreibt das Unternehmen.

Lonza werde künftig als Partner von Shire auch für die Herstellung und Versorgung bestimmter Stoffe tätig sein, die in verschiedenen Shire-Produkten genutzt werden. Ab 2018 wird Lonza erste Kundenbatches auf den Anlagen produzieren. Auch wenn Shire Kunde von Lonza bleiben werde, so gehe sie davon aus, dass freie Kapazitäten für andere Produkte bleiben, schreibt Carla Bänziger von der Bank Vontobel.

Die Analystin bewertet die Übernahme als guten Schritt von Lonza, zumal die Kapazitäten in Slough angespannt seien. Bänziger schätzt den Kaufpreis in der Höhe eines einstelligen Millionenbetrags und das Umsatzpotenzial im Bereich von 10 bis 20 Mio pro Jahr. Bänziger sieht aber keine Veranlassung, Änderungen an ihren Schätzungen vorzunehmen.

Auch die Experten der ZKB bewerten die Akquisition als "passend" ein. Mit dieser kleinen Ergänzungsakquisition könne Lonza ihre Kapazitäten im Bereich der kleinen Bioreaktoren erhöhen, um Pharmaunternehmen in frühen Phasen der Entwicklung zu unterstützen. Solche Anlagen würden die frühe Bindung von Biotech- und Pharmaunternehmen mit Medikamentenkandidaten untermauern, die später möglicherweise nach der Zulassung weiter von Lonza hergestellt werden können, schreiben die ZKB-Analysten. Da weder die genauen gekauften Kapazitäten noch der Preis bekannt gegeben wurden, beurteilen diese die Akquisition als neutral.

Die Lonza-Aktien gewinnen gegen 9.20 Uhr 0,6% auf 259,50 CHF, während der SMI mit +0,01% kaum verändert notiert.

sig/cp

(AWP)