Meyer Burger richtet sich neu aus und prüft eigene Zell- und Modulproduktion

Meyer Burger prüft den Aufbau einer eigenen Zell- und Modulproduktion in Deutschland. Zur Finanzierung des Aufbaus von Produktionskapazitäten ist eine Kapitalerhöhung im Volumen von 165 Millionen Franken geplant, die an einer ausserordentlichen Generalversammlung beschlossen werden soll.
19.06.2020 07:45

Die Generalversammlung ist für den 10. Juli geplant. Damit vollziehe das Unternehmen einen grundlegenden strategischen Wechsel. Vom Maschinenanbieter will sich Meyer Burger zu einem technologisch führenden Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen wandeln, wie es weiter heisst.

Die Wertschöpfungskette soll so signifikant ausgeweitet werden, um nachhaltig profitabel zu werden. Das Unternehmen will damit von der Technologie- und Kostenführerschaft ihrer patentgeschützten Heterojunction/SmartWire-Technologie (SWCT) profitieren.

Bereits im Mai hatte das Unternehmen an der ordentlichen Generalversammlung bekanntgegeben, den Aufbau einer eigenen, gross skalierten Zell- und Modulproduktion in Deutschland zu prüfen. Als Grund für den Richtungswechsel wurde die Erkenntnis genannt, dass man aus der Technologieführerschaft in den letzten Jahren keinen Gewinn erzielen konnte.

Eine bestehende Absichtserklärung mit der Firma REC zum Aufbau einer Produktion werde nicht weiter verfolgt, wie es weiter heisst. REC habe die Zusagen nicht einhalten können, heisst es im Communiqué vom Freitag.

Produktionsmaschinen für die Heterojunction/SmartWire-Technologie sollen grundsätzlich nur noch exklusiv zum eigenen Gebrauch hergestellt werden. In den vergangenen Jahren habe Meyer Burger die Entwicklung der Photovoltaik entlang der gesamten Wertschöpfung geprägt. Ein Grossteil der heute weltweit produzierten Solarmodule basiere auf Technologien des Unternehmens. Mit dem Verkauf der Maschinen habe man jedoch die Technologie aus der Hand gegeben und die Realisierung des geschaffenen Mehrwerts weitestgehend den Kunden überlassen.

yr/kw

(AWP)