Molecular Partners liegt finanziell nach Q3 im Plan - Fokus auf Forschung

(Zusammenfassung mit Aussagen des CFO und Aktienkurs) - Das Biotechunternehmen Molecular Partners sieht sich voll auf Kurs. Sowohl in der Forschungspipeline als auch geschäftlich laufe alles nach Plan, erklärt der CFO Andreas Emmenegger im Gespräch mit AWP. Für die Finanzierung der laufenden Programme sei man ausreichend finanziert.
26.10.2017 11:44

Entsprechend stünden weitere Kapitalbeschaffungen nicht auf der Agenda und die vorhandenen liquiden Mittel "reichen bis über Ende 2019 hinaus und somit sind die aktuell geplanten klinischen Studien in Onkologie gut finanziert", ergänzt der Finanzchef.

Wie Molecular Partners am Donnerstagmorgen im Rahmen eines Management-Updates mitgeteilt hatte, beliefen sich die liquiden Mittel per 30. September auf 151,5 Mio CHF. Zum Vergleich: Per Jahresmitte (30. Juni) bezifferte Molecular diese auf 156,9 Mio und im Vorjahreszeitraum lagen sie bei 185,7 Mio CHF. Der Barmittelabfluss nach den ersten neun Monaten betrug 28,5 Mio CHF, zum Halbjahr waren es 20,5 Mio gewesen. Der Abfluss reflektiere die steigenden Forschungsaktivitäten und die grösser werdende Pipeline.

KOSTEN-ERWARTUNGEN FÜR GESAMTJAHR EINGEDÄMMT

Für das Gesamtjahr stellt Molecular Partners nun Ausgaben von etwa 50 Mio CHF in Aussicht. Bei der Vorlage der Halbjahreszahlen hatte das Unternehmen noch eine Spanne von 50 bis 60 Mio CHF genannt. Von diesen 50 Mio CHF dürften ungefähr 5 Mio nicht Cash-effektive Kosten für aktienbasierte Zahlungen ausmachen.

Mit Blick auf die Pipeline kündigt das Biotechunternehmen an, am bevorstehenden R&D-Tag im November neue präklinische Daten aus dem Bereich der Immun-Onkologie vorstellen zu wollen. "Gerade in der Immun-Onkologie gibt es zwar bereits zahlreiche erfolgreiche Ansätze, allerdings führen die wegen der Aktivierung des gesamten Immunsystems mitunter zu starken Nebenwirkungen", erklärt Emmenegger. "Unser Ansatz unterscheidet sich insofern, als dass wir versuchen, das Immunsystem nur lokal zu aktivieren, also dort, wo der Tumor sitzt." Durch diesen Ansatz würden die Nebenwirkungen auch deutlich schwächer ausfallen.

Zwar schauten sich auch Schwergewichte wie Roche diesen Ansatz an, gegenüber AWP zeigt sich der Molecular-Manager aber überzeugt, dass der eigene Ansatz deutliche Vorteile mit sich bringe. "Wir setzen schlicht auf modular aufgebaute, kleinere Moleküle, die mehrere Zielobjekte gleichzeitig binden können, also somit mehrere Medikament in einem einzigen verpackt sind".

Überhaupt betont Emmenegger in dem Gespräch mit AWP die Eigenständigkeit seines Unternehmens. Ziel sei es, die aktuell laufenden Programme selbständig weiter fortzuführen. Je aussagekräftiger die erzielten Daten, desto besser sei auch die Ausgangs- und Verhandlungsposition für mögliche Partnerschaften. Denn grundsätzlich ausschliessen wolle man solche nicht. Vor allem mit Blick auf die beiden Onkologie-Kandidaten MP0250 und MP0274 sei längerfristig eine Partnerschaft durchaus denkbar, da umfangreichere Forschungsprogramme und zusätzliche klinische Studien für weitere attraktive Indikationen das Unternehmen dann auch vor höhere finanzielle Herausforderungen stelle.

Für den Moment bleibe aber alles wie es ist. So ist mit ersten Sicherheitsdaten aus der Phase-II-Studie mit dem Produktkandidaten MP0250 noch bis Jahresende zu rechnen. Dieser wird aktuell in der Behandlung des multiplen Myeloms getestet. Erste Angaben zur Wirksamkeit sollten dann im kommenden Jahr folgen.

In der zweiten Studie mit MP0250, einem Phase Ib/II-Programm zur Behandlung von EGFR-mutiertem T790M-positivem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (EGFR-mutated T790M-positive Non-Small Cell Lung Cancer, NSCLC) stellt Molecular Partners erste Sicherheitsdaten ebenfalls für 2018 in Aussicht.

NEUE WIRKSAMKEITSMECHANISMEN IM FOKUS

Ebenfalls im kommenden Jahr sollten dann auch Sicherheitsdaten für MP0274 vorliegen, der in der Behandlung von HER2-positiven soliden Tumoren eingesetzt wird. Bei MP0274 handelt es sich um einen proprietären DARPin-Kandidaten. DARPins sind nicht-Antikörper-basierte kleine Proteine, die sich zur Bindung an bestimmte Angriffsziele ausgestalten lassen. Die geringe Grösse und die hohe Bindungsfreudigkeit der Moleküle ermöglicht es ihnen, tief in feste Tumore vorstossen zu können.

Zum Thema Zusammenarbeit mit dem Partner Allergan an dem Produktkandidaten Abicipar heisst es in der Mitteilung, man erwarte aus der Phase-III-Studie gegen feuchte AMD (Makuladegeneration) erste Wirksamkeits-Daten in der zweiten Jahreshälfte 2018. Auch hierzu verspricht Molecular aktuelle Angaben auf dem R&D-Tag.

An der Börse notieren die Aktien von Molecular Partners gegen 10.50 Uhr nach wie vor unverändert. Der SPI gewinnt derweil 0,32% hinzu.

hr/tp

(AWP)