Nestlé-Joint-Venture Froneri will am Bodensee 55 Stellen abbauen

(Ergänzte Fassung) - Froneri plant in seinen Fabriken in Goldach und Rorschach am Bodensee, in denen Glacé- und Tiefkühlprodukte der Marken Frisco, Findus und Mövenpick hergestellt werden, den Abbau von 55 Stellen. Die definitiven Entscheide beim Nestlé-Gemeinschaftsunternehmen fallen Ende Oktober.
25.09.2017 15:55

Froneri beschäftigt schweizweit 640 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Region am Bodensee sind es rund 300, davon gehören 180 zum Fabrikpersonal. Dort will das Unternehmen nun 55 Stellen abbauen.

Froneri ist ein Joint Venture zwischen Nestlé und dem britischen Glacéhersteller R&R, das im vergangenen Jahr erst gegründet wurde. Die beiden Konzerne halten je die Hälfte der Anteile.

Im Vergleich zu anderen Glacé-Produktionen innerhalb des Joint Ventures seien die Standorte in Goldach und Rorschach nicht konkurrenzfähig gewesen, erklärte Jouni Palokangas, Geschäftsführer von Froneri Switzerland, am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

SCHLIESSEN ODER KOSTEN SENKEN

Es habe die beiden Möglichkeiten gegeben, entweder die Fabriken zu schliessen - oder Massnahmen zu ergreifen und so den Standort zu sichern. Man habe sich für die zweite Variante entschieden: Deshalb sei man nun "in dieser unangenehmen Tunnelphase", so Palokangas.

Geplant ist, die Produktion dahingehend umzustellen, dass Synergien innerhalb des Betriebs genutzt werden können. Bisher gebe es eine Fabrik für Tiefkühlprodukte und eine für Glacé und damit zwei Organisationen mit zahlreichen Doppelfunktionen. Künftig werde man abwechselnd entweder nur Glacé oder nur Tiefkühlprodukte herstellen. Dafür brauche es weniger Personal.

KONSULTATIONSFRIST LÄUFT

Die Betriebskommission und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien informiert wie auch die Gewerkschaft Unia, so der Geschäftsführer. Man habe die obligatorische Konsultationsfrist um zwei auf fünf Wochen verlängert. In der Zeit können nun Vorschläge eingereicht werden, um den Stellenabbau doch noch zu vermeiden. Die definitiven Entscheide fallen Ende Oktober.

Unia Sektionsleiter Stefan Brülisauer kritisiert, dass einmal mehr der Druck der Kapitalgeber zu Einsparungen führe. Er habe es oft erlebt, dass sich solche Massnahmen zu einer Salamitaktik entwickelten. Die Gewerkschaft hoffe nun, "dass dies hier nicht der Fall ist". Falls der Abbau umgesetzt werde, gehe es darum, einen guten Sozialplan auszuhandeln.

Ende August hatte bereits die Nestlé-Tochter Skin Health einen Abbau in der Schweiz bekannt gegeben. Die Produktion im solothurnischen Egerkingen soll geschlossen und ins Ausland verlagert werden. 190 Mitarbeitern der einstigen Spirig-Fabrik droht die Kündigung.

(AWP)