Neuenburger Kantonalbank erzielt deutlich tieferen Halbjahresgewinn

Die Neuenburger Kantonalbank (BCN) wappnet sich gegen negative Überraschungen durch die Coronakrise und erhöht ihre ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen. Das Halbjahresergebnis des Westschweizer Staatsinstituts fällt in der Folge klar unter dem Vorjahr aus.
10.07.2020 18:46

Für die ersten sechs Monaten des Jahres resultiert noch ein Reingewinn von 20,4 Millionen Franken, was einem Rückgang um knapp 12 Prozent entspricht, wie die BCN am Freitag mitteilte. Der Betriebsgewinn verringerte sich mit einem Minus von 16,2 Prozent auf 28,3 Millionen Franken noch etwas deutlicher.

Die Kantonalbank sei in allen Geschäftsbereichen sehr gut in das Jahr gestartet, bevor es wegen der Coronapandemie zu einem scharfen Rückgang der Aktivitäten kam, heisst es in der Mitteilung der Kantonalbank. Das Institut vergab während der Krise an rund 1'000 Unternehmen vom Bund verbürgte Corona-Kredite in Höhe von mehr als 100 Millionen Franken.

Das Zinsergebnis ging im ersten Halbjahr um 2,5 Prozent auf 46,8 Millionen Franken zurück. Zurückzuführen war der Rückgang vor allem auf den Anstieg der Wertberichtigungen auf 5,7 Millionen Franken, nachdem sie vor Jahresfrist noch 154'000 Franken betragen hatten.

Das Kommissionsergebnis blieb mit 13,1 Millionen Franken (+0,3%) derweil praktisch unverändert. Das Handelsergebnis verringerte sich allerdings um 46 Prozent und belief sich noch auf 3,2 Millionen Franken.

Ziele 2020 zurückgezogen

Derweil konnte die BCN die Kosten um 1,2 Prozent auf 31,6 Millionen Franken senken. Zurückzuführen war dies auf tiefere Sachkosten, während die Personalkosten etwas höher ausfielen.

Die Kantonalbank konnte im Verlauf des ersten Halbjahr zudem die Schwelle von 8 Milliarden Franken bei den Hypothekarschulden überschreiten: Diese stiegen seit Jahresende 2019 um 1,1 Prozent auf 8,03 Milliarden. Auf der Gegenseite der Bilanz erhöhten sich die Kundenguthaben um 1,7 Prozent auf 6,40 Milliarden Franken. Die Bilanzsumme belief sich per Mitte Jahr auf 11,66 Milliarden Franken (+0,8 Prozent).

Auch wenn die Bank in der zweiten Jahreshälfte wieder ein Anziehen der Aktivität erwartet, hat sie dennoch ihre Ziele für 2020 zurückgenommen. Sei man ursprünglich von einem Anstieg der Hypothekarvolumens von 2,7 Prozent im Kanton ausgegangen, so erwarte man nun noch ein Plus von 1,8 bis 2 Prozent, erläuterte Generaldirektor Pierre-Alain Leuenberger gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Für das Gesamtjahr erwartet die Kantonalbank nun ein Resultat im Durchschnitt der letzten fünf Jahre.

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(AWP)