Novartis-Aktien nach Studienerfolg mit MS-Mittel gesucht

Die Aktien des Pharmakonzerns Novartis legen am Freitag im frühen Geschäft in einem freundlichen Gesamtmarkt überdurchschnittlich zu. Am Morgen hatte das Unternehmen über positive Daten aus einer Vergleichsstudie eines eigenen Produkts zur Behandlung von Multipler Sklerose mit demjenigen eines Konkurrenten berichtet.
30.08.2019 09:58

Um 09.35 Uhr verzeichnen Novartis ein Plus von 1,6 Prozent auf 89,22 Franken und liegen damit weit vorne im SMI. Dieser steht 0,56 Prozent höher. Roche kommen dagegen mit +0,1 Prozent kaum vom Fleck.

Das Multiple-Sklerose-Medikament Ofatumumab habe in zwei Studien die primären Endpunkte erreicht und besser abgeschnitten als das Vergleichs-Medikament Aubagio von Sanofi, teilte Novartis am Freitag mit. Noch vor Ablauf des Jahres will Novartis mit dem Einreichen der Zulassungsanträge beginnen.

Für die Zürcher Kantonalbank sind die Nachrichten insgesamt positiv. In den zwei Zulassungsstudien seien knapp 1'900 Patienten mit der häufigsten Hauptform Multipler Sklerose (RMS) involviert gewesen, heisst es in einem Kommentar der Bank. Und der CD20-Antikörper von Novartis sei im direkten Vergleich besser gewesen. Um wie viel besser, müssten erst die detaillierteren Ergebnisse anlässlich der MS-Fachmesse ECTRIMS im September zeigen.

Ein Vorteil von Ofatumumab sei die einmal im Monat selbst zu verabreichende subkutane Injektion. Dieser Vorteil gelte auch gegenüber dem MS-Produkt Ocrevus von Roche, welches halbjährlich als Infusion beim Arzt genommen werden müsse. Für die ZKB wäre ein direkter Vergleich zwischen Ofatumumab und Ocrevus "noch schöner" gewesen, denn damit wären zwei Wirkstoffe mit demselben Wirkmechanismus verglichen worden. Ob das Novartis-Mittel dem Marktführer Ocrevus gefährlich werden könne, müsse nun der Kongress in Stockholm zeigen.

Positive Voten kamen zu Novartis von weiteren Analysten, allerdings nicht im Zusammenhang mit Ofatumumab. Jeffries verweist auf das eindrückliche Produkteportfolio von Novartis und hebt Zolgensma, Mayzent, Piqray und Beovu hervor. Die Aufwärtsrevisionen der Gewinnschätzungen für Novartis dürften gemäss Jeffries weitergehen. Das Institut bestätigt deshalb die Einstufung "Buy".

Etwas weniger euphorisch zeigt sich die Bank Vontobel. Seit Amtsantritt des neuen CEO habe Novartis die Umwandlung in ein fokussierteres Pharmaunternehmen mit führendem Know-how sowie Plattformen und Arzneimitteln der neusten Generation deutlich beschleunigt, heisst es zwar bei der Privatbank. Die Gewinnerwartungen seien damit aber gestiegen und bereits in den aktuellen Kursen der Aktie eingepreist. Vontobel rät deshalb die Aktien zu halten.

Die Novartis-Aktien haben erst im Juli bei 94,40 Franken ein neues Allzeithoch markiert und liegen mit dem aktuellen Kurs nicht weit darunter.

cf/tt

(AWP)