Novartis-Management sieht sich dank breiter Pipeline für Patentklippen gewappnet

(Meldung um weitere Aussagen vom Investorentag ergänzt) - Eine gut gefüllte Pipeline ist für Pharmakonzerne wie Novartis das A und O. Nur wenn sie vielversprechende und wirksame neue Medikamente finden und lancieren, können sie die Umsatzeinbussen bei älteren Mitteln ausgleichen, die ihren Patentschutz nach einer gewissen Zeit verlieren. Entsprechend stark betont Novartis an seinem Investorentreffen die eigene Pipeline-Stärke.
05.12.2019 18:50

Während der Präsentation stellt das Management rund um CEO Vas Narasimhan am Donnerstag die verschiedenen Kandidaten aus den verschiedenen Behandlungsfeldern vor. Wie der CEO erklärt, nimmt die Onkologie bei den Ausgaben einen vergleichsweise grossen Anteil der Ausgaben ein. Onkologie zählt Narasimhan auch weiterhin zu den Kerntherapie-Gebieten von Novartis.

Generell ist der Manager mit den Ausgaben für Forschung und Entwicklung zufrieden. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind laut Narasimhan in diesem Jahr gesunken. "Gleichzeitig liegen wir mit der Rendite für F&E klar über dem Branchendurchschnitt."

Data und Digital zahlt sich aus

Wie der medizinische Leiter John Tsai in puncto Rendite und Effizienz ergänzt, beginnt sich der stärkere Fokus auf Data und digitale Technologien auszuzahlen. "Data und digitale Technologien beginnen sich auszuzahlen", erklärte Tsai in der Konferenz. Zwar sei dies nicht das Allheilmittel, aber der stärkere Fokus habe viele Prozesse beschleunigt und gleichzeitig Kosten gesenkt.

Aber nicht nur die Onkologie spielt für Novartis eine wichtige Rolle. Wie Jay Bradner, Chef der NIBR-Sparte, erklärte, befasst sich sein Institut auch stark mit Zell- und Gentherapie. Etwa zehn Prozent der Projekte sind in diesem Bereich zu finden. "Dennoch bin ich froh, dass der Anteil nicht bei 40 Prozent liegt, weil dies sehr anspruchsvolle und schwierige Therapien sind."

So suche man denn auch gerade in der Entwicklung von Zelltherapien für solide Tumore externen Biotech-Kooperationen. NIBR verzichtet laut Bradner auf die internen Programme. Der Experte begründet dies mit der starken Zunahme von Anbietern im Bereich Zelltherapien. Sie böten Partnerschaftsmöglichkeiten. Intern bleibt Novartis aber der weiteren Entwicklung seiner Therapien zur Behandlung von Blutkrebs fokussiert.

Hier brachte CEO Narasimhan denn auch die personalisierte Zelltherapie Kymriah ins Gespräch. Erst vergangenen Woche hatte Novartis am Standort Stein im Fricktal seinen Produktionsstätte offiziell eröffnet. Er hoffe, dass damit die früheren Lieferungsengpässe der Vergangenheit angehörten, so Narasimhan weiter. Ziel sei es, mit Kymriah innerhalb der kommenden fünf Jahre dann auch den Blockbuster-Status, also Umsätze von mehr als einer Milliarde US-Dollar zu erreichen.

Während viele der Manager an dem Investorentreffen vor allem viele der laufenden und neu gestarteten Forschungsprogramme in den Vordergrund stellten, betonte der NIBR-Chef Bradner erst einmal, dass er die Zahl der Programme seit seiner Amtsübernahme zunächst deutlich ausgesiebt und auf die erfolgversprechendsten reduziert habe.

Mit Blick auf die Pipeline kündigte Bradner an, schon bald neue Daten im Bereich der Zelltherapie zu präsentieren. Konkret gehe es um den Einsatz von Zelltherapie bei Patienten, die an Friedreich-Ataxie leiden, einer degenerativen Krankheit des zentralen Nervensystems.

Setzen bei SMA auf Gentherapie

Zu den Gentherapien im Novartis-Portfolio zählt auch die Genersatztherapie Zolgensma zur Behandlung der erblichen Muskelerkrankung spinale Muskelatrophie (SMA). Wie Bradner herausstellte, werde Novartis sich auf die Gentherapie konzentrieren und damit aus der oralen Therapie verabschieden. Er sehe keine grossen Chancen für eine orale Therapie, so Bradner.

Nachdem Novartis gerade erst am Donnerstagmorgen ein Update zur geplanten Milliarden-Übernahme von The Medicines gegeben hatte, stellte CEO Narasimhan klar, dass man die aktuelle Strategie bei Übernahmen auch weiter verfolgen werde. Zukäufe, die der Pipeline einen Vorteil bringen, seien nach wie vor auf der Agenda, so der Novartis-Chef.

hr/mk

(AWP)

 

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