Novartis rückt wegen kolumbianischer Zwangslizenz in Fokus von Aktivisten

(Um aktuelle Stellungnahme von Novartis ergänzt) - Die Organisation Public Eye, ehemals bekannt als "Erklärung von Bern", erhebt Vorwürfe gegen Novartis. Demnach soll der Pharmakonzern mit "aggressivem Lobbying" gegen eine Zwangslizenz (Preissenkung) für sein Krebsmittel Glivec in Kolumbien vorgehen. Public Eye beruft sich dabei auf der Organisation vorliegende Geheimdokumente.
12.04.2017 13:24

Auf Nachfrage erfuhr AWP vom Pharmakonzern, dass man dort derzeit die Dokumente, die von Public Eye veröffentlicht wurden, analysiere, um zu verstehen, welche davon noch nicht öffentlich zugänglich waren. Dieser Prozess werde einige Zeit in Anspruch nehmen.

Konkret wirft der unabhängige Verein Novartis vor, mit "Drohungen und Falschbehauptungen gegen die Erteilung einer staatlichen Zwangslizenz" zu lobbyieren. Dabei "droht" das Unternehmen laut Public Eye mit der Aufrufung eines privaten internationalen Schlichtungstribunals.

Bei Novartis heisst es in der aktuellen Stellungnahme, man bleibe weiterhin bei der bisherigen Aussage über Glivec in Kolumbien. Diese lautet: "Novartis stimmt grundsätzlich nicht mit der Entscheidung des kolumbianischen Ministeriums für Gesundheit überein, eine Erklärung des öffentlichen Interesses auf seine lebensrettende Medizin Glivec durchzusetzen."

Das Unternehmen glaube vielmehr, "dass diese unbegründeten Handlungen gegen das System des geistigen Eigentums verstossen, auf das es als einer der weltweit führenden Privatanleger in zukünftigen Arzneimitteln stützt". Im Dezember 2016 habe Novartis eine gerichtliche Klage erhoben, um die DPI (Declaration of Public Interest) umzukehren.

hr/ys

(AWP)