Obwaldner Kantonalbank verdient wegen Corona deutlich weniger im ersten Halbjahr

Die Obwaldner Kantonalbank (OKB) hat im ersten Halbjahr 2020 wegen Corona deutlich weniger verdient. Der Börseneinbruch im März wirkte sich massiv auf die eigenen Wertschriften im Handelsbestand aus.
28.07.2020 15:03

Konkret sank der Geschäftserfolg um 46 Prozent auf 8,23 Millionen Franken, unter dem Strich betrug der Einbruch beim Halbjahresgewinn noch knapp 12 Prozent auf 6,88 Millionen Franken. Bis Mitte Jahr habe der Einbruch bei den eigenen Wertschriften, insbesondere im Vergleich mit dem Rekordergebnis 2019, nicht wettgemacht werden können, teilte die Bank am Dienstag mit. Dies zeige sich am negativen Bewertungserfolg. Die tieferen Börsenkurse hätten ausserdem bei den eigenen Finanzanlagen zu Buchverlusten geführt.

Der Handelserfolg (inkl. übriger ordentl. Erfolg) fiel denn auch mit -1,47 Millionen Franken in den negativen Bereich, im Jahr davor hatte er noch +5,10 Millionen betragen. Der Bruttoerfolg des Zinsgeschäftes stieg hingegen um 6,5 Prozent auf 24,6 Millionen Franken. Grund sei das aktive Bewirtschaften der Freigrenze für Negativzinsen bei der SNB, heisst es dazu. Da die Pandemie zur Bildung zusätzlicher Wertberichtigungen bei den Kundenausleihungen geführt habe, sei der Netto-Erfolg trotzdem um 2,1 Prozent tiefer ausgefallen.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sank derweil - laut Bank ebenfalls coronabedingt - um 7,2 Prozent auf 3,99 Millionen Franken. Insgesamt nahm der Bruttoerfolg um somit knapp 22 Prozent auf 26,7 Millionen ab. Etwas gesenkt werden konnten auch die Kosten, insgesamt allerdings lediglich um 0,7 Prozent auf 16,1 Millionen. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich daher im ersten Halbjahr massiv auf 60,5 Prozent von 47,7 Prozent im Vergleichssemester 2019.

Gesamtjahr unter Vorjahr erwartet

Die Bilanzsumme wuchs in der ersten Jahreshälfte um 7,7 Prozent auf 5,62 Milliarden Franken. Dabei legten die Kundenausleihungen um 3,2 Prozent auf 3,74 Milliarden zu. Drei Viertel des Wachstums sei dabei auf die Hypothekarforderungen zurückzuführen, der Rest entfalle auf Forderungen gegenüber Kunden. Darin enthalten seien über 250 Covid-19-Kredite mit einem Gesamtvolumen von 46,6 Millionen Franken. Die "effektiven Kundengelder" stiegen in den ersten sechs Monaten um 4,0 Prozent auf 3,1 Milliarden an.

Bei einem Eigenkapital von 479,4 Millionen Franken (8,53% der Bilanzsumme) per Mitte Jahr sieht sich die Bank als "gut kapitalisiert und sehr stabil". Wachstumsmöglichkeiten für das zweite Semester seien zudem vorhanden, heisst es. Aufgrund der Ungewissheiten im Zusammenhang mit Corona müsse für das Gesamtjahr 2020 aber von einem tieferen Jahresergebnis als im Vorjahr ausgegangen werden.

uh/tp

(AWP)