Reiseveranstalter FTI baut Stellen ab - Ausmass in der Schweiz unklar

Der drittgrösste europäische Reiseveranstalter FTI Group plant einen massiven Stellenabbau. Rund 20 Prozent der über 12'000 Stellen sollen gestrichen werden.
28.07.2020 15:55

Ob es auch in der Schweiz zu Entlassungen kommt, ist allerdings noch nicht klar. Wie viele Personen die Gruppe in der Schweiz beschäftigt, ist nicht bekannt.

Wegen der Coronakrise muss der Reiseveranstalter FTI Group massiv sparen und plant deshalb eine Restrukturierung mit Stellenabbau und der Schliessung von vier Tochterunternehmen, wie mehrere Branchenmedien berichteten. In der aktuellen Situation könnten Entlassungen leider nicht vermieden werden, wird FTI-Chef Dietmar Gunz in den Berichten zitiert.

"Inwieweit wir auch für unsere Firmen in der Schweiz Restrukturierungsmassnahmen einleiten müssen und falls, in welchem Rahmen, befindet sich derzeit in Prüfung", zitierte das Branchenportal "Travelnews" aus einem Mail einer Unternehmenssprecherin, das auch der Nachrichtenagentur AWP vorliegt.

Als weitere Sparmassnahme schickt das Unternehmen zudem auch vier Tochterunternehmen in Liquidation. "Die Überprüfung aller Unternehmensbereiche und die Veränderung von Strukturen führt zur Trennung von Spezialisten im Firmenportfolio der FTI Group", so Gunz. Dies seien das Kreuzfahrtgeschäft FTI Cruises, der laut Angaben auf der FTI-Webseite grösste deutsche Sprachreisenveranstalter LAL Sprachreisen, das Onlineportal fly.de sowie das touristische Servicecenter touristic24.

Das Unternehmen rechne mittlerweile damit, dass sich die gesamte Branche nur sehr langsam normalisieren werde. Aus diesem Grund sei eine Restrukturierung verbunden mit der Entscheidung zur Verschlankung des Unternehmens unvermeidbar, obwohl bisher versucht worden sei, solche Massnahmen unbedingt zu verhindern, wird Gunz weiter zitiert.

Samih Sawiris als Hauptaktionär

Erst im April wurde die Gesellschaft SOSTNT des ägyptische Unternehmers und Orascom-Gründers Samih Sawiris durch eine Erhöhung des Eigenkapitals mit 75,1 Prozent Mehrheitseignerin der Gruppe. Zuvor hatte Sawiris sechs Jahre lang etwas mehr als ein Drittel der Aktien gehalten.

"Wir haben die Mehrheitsbeteiligung an unserem Konzern auf Samih Sawiris beziehungsweise die SOSTNT übertragen, um mit der damit verbundenen Erhöhung des Eigenkapitals den Weg für ein Corona-Finanzierungspaket mit staatlichen Garantien freizumachen", sagte Gunz.

tv/jb

(AWP)