Rewe übernimmt Lekkerland und will mit Fertigsnacks wachsen

(mit Angaben zu Lekkerland in der Schweiz ergänzt - zweiter Satz im Lead sowie zwei Abschnitte vor Zwischentitel) - Der deutsche Handelsriese Rewe will den Fachgrosshändler Lekkerland übernehmen und damit sein Geschäft mit Fertigsnacks für eilige Konsumenten stärken. Bei einer Übernahme würde auch die Schweizer Tochter von Lekkerland den Besitzer wechseln.
28.05.2019 17:41

Nicht nur junge Menschen kauften und verzehrten Mahlzeiten und Snacks immer öfter unterwegs, begründete Rewe-Chef Lionel Souque das Interesse an Lekkerland. Die Kombination von Rewe und Lekkerland sei ein "Erfolgsrezept für die Zukunft in einem wichtigen Segment des Lebensmittelmarktes". Auch die Logistik Lekkerlands soll für Rewe ein wichtiger Baustein werden. Rewe will Lekkerland daher komplett kaufen, wie der Konzern mit Sitz in Köln am Dienstag mitteilte.

Lekkerland zählt unter anderem Tankstellen, Kioske, Bäckereien, Schnellrestaurants und Detailhändler zu seinen Kunden. Das Unternehmen hatte im vergangenen Jahr mit rund 4900 Mitarbeitern einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro und ein operatives Ergebnis von 92,7 Millionen Euro erzielt. Es ist in sieben europäischen Ländern aktiv.

In der Schweiz ist Lekkerland 2001 als Joint-Venture mit der Usego-Hofer-Curti-Gruppe gegründet worden, ehe das Unternehmen ganz in die Hände von Lekkerland überging. Vor rund fünf Jahren hat Lekkerland Schweiz dann noch die Grosshandelssparte des Kioskbetreibers Valora zugekauft und vor drei Jahren auch jene von Oettinger Davidoff.

Gemäss Angaben auf der Webpage macht Lekkerland in der Schweiz mit 170 Mitarbeitern einen Umsatz von gegen 660 Millionen Euro (Stand 2017). Zu den Kunden gehören namentlich Tankstellenläden, Kioske, Tabakfachgeschäfte und Getränkehändler.

Rewe plant neuen Geschäftsbereich

Mit der Übernahme würde Lekkerland von einem Grosskonzern geschluckt. Rewe hatte 2018 mit über 360'000 Mitarbeitern in 22 europäischen Ländern einen Umsatz von über 61 Milliarden Euro eingefahren. Zu Rewe gehören neben Supermärkten auch Baumärkte und Reiseveranstalter. Im klassischen Lebensmittelhandel kann Rewe durch Übernahmen im Heimmarkt Deutschland kaum noch wachsen, denn das Bundeskartellamt hat die Branche im Visier. Die Wettbewerbshüter müssen auch der Lekkerland-Übernahme noch zustimmen.

Rewe bietet bereits in Rewe-to-go-Läden Snacks und Fertiggerichte an - etwa in Kooperation mit Aral. Aber auch Tabakwaren hat das Unternehmen im Angebot. Hier sinken die Umsätze. Lekkerland verfügt zudem über ein eng geknüpftes Logistik-Netz - auch darauf bekommt Rewe nun Zugriff. Mit der Übernahme wollen die Kölner einen neuen Geschäftsbereich "Convenience" aufbauen. Ein Stellenabbau sei nicht geplant, sagte ein Rewe-Sprecher.

(AWP)

 
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