Rieter mit deutlich tieferem EBIT und Reingewinn - Erneut Dividende von 5,00 CHF

(ergänzt mit Angaben zur Gewinnentwicklung und zu den Geschäftsbereichen) - Der Spinnereimaschinen-Hersteller Rieter hat 2017 erneut deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Der EBIT vor Restrukturierungsaufwendungen nahm um 8% auf 51,8 Mio CHF ab, der Reingewinn um 69% auf 13,3 Mio CHF. Belastet wird das Ergebnis einerseits durch die 2017 noch spürbare Marktflaute, anderseits durch Restrukturierungskosten - so fokussiert das Unternehmen die Tätigkeiten an seinen Standorten Winterthur und Ingolstadt auf Entwicklung, Montage und Service, derweil die Produktion in die tschechische Republik ausgelagert wird.
13.03.2018 08:16

Die Gewinnzahlen sind keine Überraschung, nachdem das Unternehmen schon bei der Publikation der Umsatzzahlen Margen-Bandbreiten genannt hatte. Entsprechend liegen die ausgewiesenen Werte im Rahmen der Erwartungen respektive etwas darüber. Analysten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) einen EBIT von 50,5 Mio CHF und einen Reingewinn von 10,9 Mio CHF erwartet.

Auch mit der Dividendenschätzung liegen die Analysten ziemlich gut. Nachdem im Vorjahr bei sinkendem Gewinn überraschend die Dividende von 4,50 auf 5,00 CHF je Aktie erhöht worden ist, schlägt der Verwaltungsrat nun erneut eine Dividende von 5,00 CHF vor. Begründet wurde die Ausschüttung im am Dienstag verschickten Communiqué mit der Dividendenpolitik des Unternehmens und dessen stabiler finanzieller Situation, die es erlaube, trotz Sondereffekten eine "attraktive Dividende" auszuzahlen.

Beim Umsatz, der bereits Ende Januar publiziert wurde, ist Rieter 2017 nur dank der Übernahme von SSM Textilmaschinen noch gewachsen. Konkret nahm er um 2% auf 965,6 Mio CHF zu, wobei ohne die Akquisition ein Minus von 3% resultiert hätte. Der Bestellungseingang dagegen zog deutlich an. Für das Gesamtjahr wies der Konzern einen gegenüber 2016 um 16% höheren Bestellungseingang von 1,05 Mrd CHF aus. Und selbst ohne die SSM-Übernahme wäre ein Plus von 11% erreicht worden.

NEUMASCHINENGESCHÄFT HARZT

Die Entwicklung des EBIT ist gemäss Rieter geprägt gewesen durch eine bessere Marge im Servicegeschäft (Geschäftsbereich After Sales) sowie volumenbedingt tieferen Resultaten im Neumaschinengeschäft (Machines & Systems) und im Komponentengeschäft (Components). Die Restrukturierungsaufwendungen beliefen sich auf 36 Mio CHF und beziehen sich auf den Umbau des Standortes Ingolstadt. Die dortigen Restrukturierungen verliefen aber nach Einigung mit dem Betriebsrat nach Plan.

Während bei After Sales der Umsatz um 3% auf 146,3 Mio CHF gestiegen ist und beim Sparten-EBIT sogar ein Plus von 9% resultierte, zog das Neumaschinengeschäft das Konzernergebnis in die Tiefe. Dessen Umsatz fiel mit 589,5 Mio CHF zwar nur 2% unter dem Vorjahr aus, der EBIT fiel jedoch um 78%. Mit einem Plus von 0,8 Mio CHF vor Restrukturierungsaufwendungen schreibt aber auch dieser Geschäftsbereich noch schwarze Zahlen.

Der Bereich Components wies dank der Übernahme von SSM Textilmaschinen ein Umsatzplus von 15% auf 229,8 Mio CHF aus, erzielte aber eine deutlich niedrigere Gewinnmarge. So fiel der Sparten-EBIT im Vergleich zu 2016 um 12% auf 30,8 Mio CHF.

GESCHÄFTSJAHR 2018 WIEDER BESSER

Da die Umsatzentwicklung dem Bestellungseingang immer hinterher folgt, ist fürs laufende Jahr wieder mit besseren Zahlen zu rechnen. Dies bestätigte auch das Rieter-Management: Die ersten beiden Monate des Jahres habe sich die Nachfrage stabil entwickelt, schreibt dieses. Durchschlagen wird sich die bessere Nachfrage aber erst in der zweiten Jahreshälfte. So rechnet Rieter mit einem "stärkeren zweiten Halbjahr", wodurch Umsatz und Profitabilität im Gesamtjahr 2018 über dem Vorjahresniveau zu liegen kommen dürften. Im ersten Halbjahr dagegen wird ein EBIT und Reingewinn auf den Niveau der Vorjahresperiode erwartet, was auf den Produkte- und Ländermix im Geschäftsbereich Machines & Systems zurückzuführen sei.

jr/tp

(AWP)