Schmolz+Bickenbach findet im Q1 zurück auf Wachstumspfad und in die Gewinnzone

(Zusammenfassung; wiederholt mit Schlusskurs) - Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) hat im ersten Quartal 2017 deutlich mehr umgesetzt als im Vorjahr und damit nach längerer Zeit auf den Wachstumspfad zurückgefunden. Sowohl die abgesetzte Menge an Stahl als auch die Verkaufspreise haben dabei zugenommen. Das Unternehmen stellt einen Aufschwung in den Märkten auf breiter Front fest und macht auch mit den Bemühungen um eine Verbesserung der Kostenstruktur Fortschritte. Entsprechend resultierte auch unter dem Strich wieder ein positives Ergebnis.
03.05.2017 18:00

Der Umsatz zog gegenüber dem Vorjahr um gut 17% auf 707,6 Mio EUR klar an, während sich die Absatzmenge dabei um 6,1% auf 489 Kilotonnen erhöhte, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Tonne Stahl erholte sich gleichzeitig um gut 10% auf 1'447 EUR.

Das erste Quartal 2017 sei zwar stark ausgefallen, man müsse es aber im Zusammenhang sehen mit dem starken Einbruch von 2015. "Deshalb sprechen wir von einer Rückkehr zur Normalität, aber noch nicht von einem Boom", sagte CEO Clemens Illner an einer Telefonkonferenz.

HOHE NACHFRAGE UND PROFITABLERE VERTRÄGE

Mit Blick auf die Produktegruppen sprach Illner von einem fortgesetzten Anstieg der Nachfrage nach RSH-Stahl (rost-, säure- und hitzebeständig), dies vor allem dank der Automobilindustrie. Gutes Wachstum zeigte zuletzt auch der Bereich Qualitäts- und Edelbaustahl, wobei hier die Erneuerung von Kontrakten mit der Autoindustrie im vierten Quartal stützt. Finanzchef Matthias Wellhausen fügte dazu an, dass sich die Qualität der zuletzt abgeschlossenen Jahreskontrakte im Durchschnitt verbessert habe. Keinen Hinweis auf eine breite Erholung gibt es laut Illner im Bereich Werkzeugstahl.

Mit den höheren Umsätzen und Verkaufspreisen gelang dem Unternehmen die Rückkehr in die Gewinnzone. Treiber für die stärkere finanzielle Performance sei auch die erfolgreiche Umsetzung der internen Verbesserungsmassnahmen während der letzten zwei Jahre. So schoss der um Sondereffekte für dieses Programm bereinigte adjustierte EBITDA um über 166% auf 66,6 Mio EUR nach oben, dies bei einer um 530 Basispunkte verbesserten Marge von 9,4%.

GERINGERE SONDERKOSTEN - RÜCKKEHR IN DIE GEWINNZONE

Der Aufwand für die Kostensenkungsmassnahmen seien deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr, hiess es dazu. Nach 0,3 Mio EUR an verbuchten Kosten im ersten Quartal, ist für das Gesamtjahr mit Kosten von insgesamt 8 Mio EUR zu rechnen. "Danach fallen keine Extrakosten mehr an", betonte Wellhausen. Von den für 2017 angepeilten dauerhaften Kosteneinsparungen aus dem Performance Improvement Programm von 28 Mio EUR sind im ersten Quartal bereits 10,6 Mio EUR realisiert worden.

Unter anderem auch dank einem weniger stark negativen Finanzergebnis ergab sich auf Stufe Reinergebnis mit 16,5 Mio EUR wieder ein positiver Wert, nachdem im Vorjahresquartal ein Verlust von 24,4 Mio EUR und im Gesamtjahr 2016 ein solcher von 80 Mio resultiert hatte.

EBITDA 2017 AM OBEREN ENDE DER ALTEN GUIDANCE

Die im März genannte Guidance für das Gesamtjahr 2017, ein bereinigter EBITDA in der Grössenordnung von 160 Mio bis 200 Mio EUR bei einem stabilen Volumenabsatz, wurde mit der heutigen Zahlenpublikation nicht bestätigt. "Wir werden unsere Prognosen für das Gesamtjahr mit der Präsentation der Halbjahreszahlen im August anpassen", sagte Illner. Nach dem starken ersten und dem wohl auch starken zweiten Quartal sei aber davon auszugehen, dass sich S+B derzeit eher auf das obere Ende der Prognose zubewege.

Und der Finanzchef fügte an, dass nach der bisher gut verlaufenen Entwicklung des Absatzes und auch dank des jüngst positiven Preistrends im Gesamtjahr eine Volumensteigerung möglich sein sollte.

An der Börse verzeichneten die Aktien am Mittwoch ein Minus von 1,0%, dies allerdings vor allem wegen Gewinnmitnahmen nach einem Plus im bisherigen Jahresverlauf von rund 30%.

cf/cp

(AWP)