Schweizer Banken rechnen mit unveränderter Beschäftigtenzahl

(Ergänzt um weitere Informationen aus der Medienkonferenz) - Die Zeiten des grossen Stellenabbaus bei den Schweizer Banken scheinen vorbei zu sein. Eine Mehrheit der Institute rechnet für das laufende Jahr mit einem unveränderten inländischen Personalbestand, wie eine von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) am Donnerstag veröffentlichte Umfrage zeigt.
29.08.2019 11:58

Bei der letzten Umfrage des SBVg vor einem Jahr hatte rund ein Drittel der befragten Banken für 2018 noch mit einer verbesserten Beschäftigungslage gerechnet. Rund zwei Drittel waren von einer unveränderten Beschäftigung ausgegangen.

Eingetroffen ist das Gegenteil: 2018 nahm die Anzahl der im Inland Beschäftigten um 1,4 Prozent oder 1'240 Stellen ab, wobei im Vorjahr der Stellenabbau noch -7,7 Prozent betragen hatte. Ein Teil des Rückgangs 2018 sei wie schon 2017 allerdings damit zu erklären, dass Stellen in Konzerneinheiten verlagert wurden, die nicht von der Bankenstatistik erfasst werden, sagte Martin Hess vom SBVg an einer Medienveranstaltung.

Auslandsbanken bauen Stellen ab

Den grösste Teil des Stellenrückgangs ging dabei auf das Konto der Auslandsbanken und der Grossbanken, die zusammen 1'688 Arbeitsplätze strichen. Zusätzlich 535 Stellen schufen dagegen Kantonalbanken, Regionalbanken und Sparkassen, Raiffeisenbanken und Börsenbanken.

Im ersten Halbjahr 2019 war gemäss Umfrage der SBVg die Entwicklung des Banken-Personalbestands insgesamt leicht rückläufig. Dabei gab es zwar in der Schweiz eine geringfügige (+0,02%) Zunahme, im Gegensatz dazu wurde im Ausland Personal abgebaut.

Die Mehrheit der befragten Banken rechnen indes für das zweite Halbjahr 2019 mit einer gleichbleibenden Beschäftigung in ihrem Institut.

Abgenommen hat im vergangenen Jahr auch die Anzahl Banken in der Schweiz und zwar um fünf auf 248 Institute. Der Rückgang betrifft die Regionalbanken und Sparkassen, die Auslandbanken und die Privatbanken.

Finanzplatz verteidigt Spitzenplatz

Die aggregierte Bilanzsumme sank leicht um 0,8 Prozent auf 3'225 Milliarden Franken. Das Wachstum der inländischen Hypothekarkredite betrug dabei 3,6 Prozent und lag somit über dem Vorjahreswert von +2,7 Prozent.

Rückläufig war auch das verwaltete Vermögen, das sich um 4,8 Prozent auf insgesamt 6'943 Milliarden reduzierte. Ausschlaggebend dafür war gemäss SBVg war vor allem die Entwicklung der Aktienkurse. Bis Mitte des laufenden Jahres seien die Assets under Management dank der guten Börsenentwicklung aber bereits wieder auf 7'400 Milliarden gestiegen, ergänzte Hess.

In der globalen grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung für Privatkunden sei die Schweiz mit einem Marktanteil von 26,6 Prozent weiterhin Weltmarktführerin geblieben. Der hiesige Finanzplatz ziehe nach wie vor Gelder aus dem Ausland an, ergänzte Hess.

Steigern konnten die Institute insgesamt die Gewinne. Der kumulierte Jahresgewinn erhöhte sich um 17,3 Prozent auf 11,5 Milliarden.

sig/tt

(AWP)