Schweizer Medienhäuser wollen stärker zusammen arbeiten

Die Schweizer Medienhäuser wollen dem Wettbewerbsdruck im Werbemarkt durch die internationalen Grosskonzerne Google, Facebook und künftig auch noch durch Amazon mit einer verstärkten Zusammenarbeit trotzen. Wie Ringier-Chef Marc Walder am Freitag anlässlich des Swiss Media Forums erklärte, hätten dazu jüngst erste Gespräche zwischen den Schweizer Medienkonzernen stattgefunden.
28.09.2018 13:49

Zentrales Ziel der gemeinsamen Initiative sei es, der Werbeindustrie bessere Daten zur Verfügung zu stellen. Dazu gehören gemäss Walder zwei Elemente: Zum einen werde eine Art Log-in-Allianz angestrebt, um so aggregierte User-Daten zu generieren. Der zweite Punkt sei ein gemeinsamer Datentopf, in den die aggregierten und anonymisierten Usage-Daten gelegt würden.

Man sei sich bewusst, dass sich dabei verschiedene rechtliche und technische Probleme stellen würden, sagte Walter. Diese müssten sorgfältig angegangen werden.

Dass es der Industrie mit einer wieder verstärkten Zusammenarbeit ernst ist, machte Tamedia-Verleger Pietro Supino deutlich. Die Grundlagen für die angestrebte verstärkte Zusammenarbeit seien bis Ende des Jahres zu legen, damit man im nächsten Jahr starten könne, umriss er den Zeitplan.

Anders als in der jüngeren Vergangenheit scheint sich mit der gemeinsamen Initiative die Atmosphäre zwischen den beiden führenden privaten Schweizer Medienhäusern somit wieder verbessert zu haben. Mit Blick nach vorne sei es zentral, dass sich die Schweizer Medienunternehmen nicht mehr auseinanderdividieren lassen, erklärte Walder dazu. Dies sei leider in den vergangenen Jahren der Fall gewesen.

Medienindustrie macht weiter schwere Zeiten durch

Die Teilnehmer an der sogenannten "Elefantenrunde" waren sich einig, dass sich die Medienindustrie weiterhin in einem tiefgreifenden Umbruch und Wandel befindet. "2018 war ein blutiges Jahr. Und es wird blutig bleiben," liess Ringier-Chef Marc Walder keinen Zweifel. Künftig werde es klar weniger Publikationen geben, so seine Vorhersage.

Bezüglich Strategie wiederholte Walder frühere Aussagen. Ringier habe in den letzten Jahren - wie andere Medienhäuser auch - versucht, die eigene Abhängigkeit vom Journalismus zu verringern. Das heisse aber keineswegs, dass sich sein Unternehmen vom Journalismus verabschiedet habe.

Für Tamedia-Chef Supino stellt die breit abgestützte Aufstellung seiner Gruppe auf vier Beinen einen zentralen Erfolgsfaktor dar. Nur so könne Wachstum generiert werden.

gab/ra

(AWP)

 
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