Schweizer Unternehmen haben Zahlungsfristen verkürzt

Die Unternehmen in der Schweiz bitten ihre Kunden schneller zur Kasse. Sie haben gemäss einer Umfrage die Zahlungsfristen für sämtliche Kundengruppen verkürzt. Die Zahlungsmoral hat darunter nicht gelitten.
16.06.2017 10:05

Vor einem Jahr gewährten Schweizer Unternehmen Privatkunden im Durchschnitt eine Zahlungsfrist von 27 Tagen. Heute fordern sie diese auf, innert 26 Tagen zu zahlen, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage von Intrum Justitia zeigt. Sogar um drei Tage verkürzt haben die Unternehmen die Fristen für Unternehmenskunden und die öffentliche Hand. Bei diesen Kundengruppen gelten im Schnitt seit diesem Jahr Zahlungsfristen von 27 und 31 Tagen nach 30 und 34 Tagen im Vorjahr.

Die Kundschaft hat offenbar diese Änderungen ohne Murren akzeptiert. So zahlen Privatkunden und Geschäftskunden im Durchschnitt nach wie vor 4 respektive 7 Tage nach Ablauf der Frist die Rechnung. Bei den Gemeinden, Kantone und der Bund haben sich die Zahlungsverzögerungen sogar von 11 Tagen im Vorjahr auf 8 Tage verkürzt.

Mit Zahlungen nach 34 respektive 39 Tagen nach Eintreffen der Rechnung haben die öffentliche Hand und die Geschäftskunden in der Schweiz auch die entsprechenden europäische Kundengruppen überholt. In Europa zahlen Unternehmen und staatliche Stellen aktuell nach 37 respektive 41 Tagen. Im Vorjahr überwiesen beide Kundengruppe das Geld bereits nach 36 Tagen.

Ganz allgemein haben sich in Europa gegenläufig zur Entwicklung in der Schweiz die Zahlungszeiten erhöht. Bei einer Ausdehnung der durchschnittlichen Zahlungsfristen von 20 auf 24 Tage zahlen Privatkunden europäischer Unternehmen aktuell nach 24 Tagen. Im Vorjahr beglichen sie ihre Rechnungen bereits nach 21 Tagen.

cp/

(AWP)