Sunrise sieht sich auf dem Weg zur Stabilisierung - Jahresziele bestätigt

(Zusammenfassung; wiederholt mit Schlusskurs) - Der Telekomanbieter Sunrise ist mit einem neuerlichen Umsatzminus ins Jahr gestartet. Das Management sieht in den Zahlen gleichwohl deutliche Anzeichen für eine Stabilisierung. Bei der Profitabilität sind die Fortschritte schon jetzt augenfällig. Keine News gab es zum möglichen Verkauf der Antennenstandorte.
11.05.2017 17:50

Sunrise-Investoren sind sich schrumpfende Umsätze gewohnt. Im ersten Quartal 2017 nahmen die Einnahmen im Vorjahresvergleich zum achten Mal in Folge ab. Und doch versprühte das Management am Donnerstag bei der Präsentation der Zahlen Zuversicht: Es sei eine "Frage von Quartalen und nicht von Jahren", die es bis zur Trendumkehr noch dauern werde, sagte Finanzchef André Krause.

Die Zahl der Gegenwinde nehme ab, begründete er seine Prognose. Und die verbleibenden Gegenwinde seien wegen steigender Kundenzahlen in Schlüsselbereichen immer weniger spürbar. "Wir gehen in Richtung Umsatzstabilisierung", so Krauses Fazit.

Dies zeigt sich in den Quartalsresultaten allerdings erst auf den zweiten Blick. So erzielte die Nummer zwei auf dem Schweizer Telekommarkt einen 3,3% tieferen Umsatz von 431 Mio CHF. Der Hauptgrund für diesen Rückgang war jedoch ein Sondereffekt: Die neuen "Durchleitungsgebühren", auf die sich die Schweizer Mobilfunkanbieter im letzten Herbst geeinigt hatten, führten allein zu einer Einbusse von gut 10 Mio CHF.

"STRUKTURELLE EINBUSSEN"

Ohne diesen Effekt wäre der Umsatz nur um 1,0% geschrumpft. Hauptgründe dafür waren neben dem Businesssegment, das wegen des Preiskampfes unter Druck steht, das Geschäft mit Prepaid-Mobilfunk und Festnetztelefonie. Diese leiden unter "strukturellen Einbussen". Konkret wechseln immer mehr Prepaid-Mobilfunkkunden auf Abomodelle; und auf das Festnetz verzichten immer mehr Leute wegen der unlimitierten Mobilfunkangebote.

Aufwärts ging es hingegen im Postpaid-Mobilfunk sowie im Internet- und TV-Geschäft. In diesen beiden Segmenten führte eine höhere Kundenzahl zu einem höheren Umsatz. Allein im ersten Quartal wurden laut den Angaben netto knapp 25'000 Mobilfunkabo-Kunden gewonnen - was nur minimal unter dem Wert des traditionell starken vierten Quartals lag. Der Kunden-Nettozuwachs in den Bereichen Internet (+14'000) und TV (+13'000) habe sogar deutlich über den Vorquartalen gelegen - "und auch deutlich über den Zahlen der Konkurrenz", wie CEO Olaf Swantee anfügte.

TIEFERE KOSTEN

Beim operativen Gewinn, der sich in den vergangenen Quartalen zumeist ebenfalls negativ entwickelte, hat das Sunrise-Management die angepeilte Stabilisierung bereits erreicht. Der EBITDA (adjustiert) stieg um 2,1% auf 143 Mio CHF. Begründet wurde dies vor allem mit den gesenkten Kosten. Unter dem Strich steht ein fast doppelt so hoher Reingewinn von 13 Mio CHF. Diese Kennzahl profitierte zusätzlich von tieferen Abschreibungen und Finanzkosten.

Ob es beim EBITDA in den nächsten Quartalen weiter aufwärts gehen wird, ist allerdings offen. So wird für das Gesamtjahr unverändert ein EBITDA zwischen 595 und 610 Mio CHF angepeilt, was einem Rückgang von bis zu 3% entspricht. Das Aufwärtspotenzial sei in den Folgequartalen geringer, weil die Kostenbasis im Vorjahresvergleich tiefer sei, sagte CFO Krause.

Auch die weiteren Jahresziele gelten unverändert. Der Umsatz soll zwischen 1,82 und 1,86 Mrd CHF zu liegen kommen, also 2% bis 4% unter dem Vorjahreswert - primär wegen der tieferen "Durchleitungsgebühren". Ausserdem plant das Unternehmen Investitionen zwischen 225 und 265 Mio CHF. Werden die Ziele erreicht, sollen die Aktionäre eine Dividende von 3,45 bis 3,55 CHF pro Titel erhalten.

Keine konkreten Neuigkeiten gab es zum möglichen Verkauf der Antennenstandorte. Der Prozess sei in einem "fortgeschrittenen Stadium", sagte CFO Krause. Bekanntlich prüft Sunrise den Verkauf an eine spezialisierte Firma und will die Antennen von dieser dann zurückmieten. Mit den Einnahmen sollen primär Schulden abgebaut werden.

An der Börse entwickelten sich die Sunrise-Aktien am Donnerstag nur anfänglich besser als der Gesamtmarkt (SPI: -0,3%), schlossen am Schluss aber ebenfalls tiefer mit -0,3%.

rw/ra

(AWP)