Swisscom schreibt 2016 etwas weniger Umsatz - Weiterer Stellenabbau geplant

(Mit weiteren Angaben ergänzt) - Die Swisscom hat im Geschäftsjahr 2016 einen leicht tieferen Umsatz erzielt, unter dem Strich jedoch wegen Sondereffekten mehr verdient. Die Erwartungen der Analysten wurden vor allem beim Gewinn leicht übertroffen. Im laufenden Jahr will die Gesellschaft bei Umsatz und Betriebsgewinn die aktuellen Werte in etwa verteidigen. Dazu soll auch das Sparprogramm beitragen, welches einen weiteren Stellenabbau vorsieht.
08.02.2017 09:00

"Es war ein hartes Rennen, der Preisdruck und sinkende Roamingpreise haben uns sehr gefordert", kommentiert CEO Urs Schaeppi den Jahresabschluss. Konkret nahm der Umsatz um 0,3% auf 11,64 Mrd CHF ab, wie die Nummer eins auf dem Schweizer Telekommarkt am Mittwoch mitteilt. Dies sei angesichts des Marktumfelds "beachtlich".

Gleichwohl ging der Umsatz im Schweizer Hauptgeschäft um 1,1% zurück, heisst es weiter. Aufpoliert wurde dieses Resultat durch das gut laufende Italiengeschäft, wo die Tochterfirma Fastweb den Umsatz in der Berichtswährung Euro um 3,4% steigern konnte - dank eines Kundenplus von 7% im Breitbandgeschäft.

MOBILFUNK-MARKTANTEIL "PRAKTISCH STABIL"

In der Mitteilung ist für den Schweizer Markt von Roaming-Preissenkungen von rund 100 Mio CHF die Rede. Im Bereich Festnetztelefonie sei zudem die Zahl der Anschlüsse um letzten Jahr um rund 10% gesunken. Und das Firmenkundengeschäft verzeichnete ebenfalls Einbussen.

Der Marktanteil im Mobilfunkbereich sei immerhin "praktisch stabil" gehalten worden, wird zugleich betont. Gewachsen ist die Swisscom in der Schweiz weiterhin mit Bündelangeboten, deren Umsatz um 12% auf 2,50 Mrd CHF gesteigert wurde. Auf Wachstumskurs ist Swisscom nach wie vor auch im TV-Segment, wo die Anzahl der Anschlüsse auf 1,48 Mio stieg (+11%).

UNVERÄNDERTE DIVIDENDE

Die Angaben zur Profitabilität sehen auf den ersten Blick gut aus. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA verbesserte sich um 4,8% auf 4,29 Mrd CHF, und der Reingewinn zog sogar um 18% auf 1,60 Mrd CHF an. Die Aktionäre sollen in den Genuss einer unveränderten Dividende von 22 CHF pro Titel kommen; seit 2011 verharrt die Ausschüttung auf diesem Niveau.

Auf bereinigter Basis, also ohne Sondereffekte, nahm der EBITDA jedoch um 1,2% ab und damit stärker als der Umsatz, wie die Gesellschaft einräumt. Im Schweizer Kerngeschäft (-3,2%) hätten sich der Preisdruck, Roaming- und Kundengewinnungskosten sowie ein abflachendes Teilnehmerwachstum ausgewirkt. Auch bei dieser Kennzahl vermochte die Italientochter den Effekt abzudämpfen: Ihr EBITDA wuchs laut den Angaben auf vergleichbarer Basis um 8,0%.

ABBAU VON 500 WEITEREN STELLEN

Zudem zeigt der operative Gewinn auch erste positive Auswirkungen des Sparprogramms, das vor einem Jahr angekündigt wurde. Das Management beziffert die erzielten Kosteneinsparungen auf 50 Mio CHF. Insgesamt soll bekanntlich die Kostenbasis zwischen 2015 und 2020 um 300 Mio CHF gesenkt werden.

Eine Folge des Sparprogramms ist auch ein Stellenabbau: So beschäftigte das Unternehmen Ende 2016 in der Schweiz noch 18'372 Mitarbeiter, knapp 600 weniger als vor Jahresfrist. Der Abbau sei "wo immer möglich" über die normale Fluktuation erfolgt. Im laufenden Jahr sollen weitere 500 Stellen wegfallen, schreibt die Swisscom weiter.

INVESTITIONEN IN FASTWEB

Die Investitionen stiegen 2016 um 0,3% auf 2,42 Mrd CHF. Gas gibt das Management vor allem in Italien, wo die Investitionen um 7,4% zunahmen, in der Schweiz waren sie zwar rückläufig (-2,6%), erreichten aber immer noch 1,77 Mrd CHF.

Für das Geschäftsjahr 2017 rechnet CEO Schaeppi mit "anhaltend hohem Preisdruck". Gleichwohl werden ein Nettoumsatz von rund 11,6 Mrd CHF und ein EBITDA von rund 4,2 Mrd CHF in Aussicht gestellt - und damit Werte nur leicht unter Vorjahr. Die Investitionen sollen sich auf rund 2,4 Mrd CHF belaufen. Ausserdem wird eine unveränderte Dividende versprochen, sollten die Ziele erreicht werden.

rw/gab

(AWP)