Tagesüberblick Wirtschaft

Montag, 1. Oktober 2018
01.10.2018 17:13

KONJUNKTUR: Die Einkaufsmanager der Schweizer Industrieunternehmen sind im September deutlich zurückhaltender geworden, sie bleiben aber weiterhin optimistisch. Der sogenannte Purchasing Manager's Index (PMI, saisonbereinigt) sank gegenüber dem Vormonat um 5,1 auf 59,7 Indexpunkte. Der Index lag damit immer noch klar im Wachstumsbereich. Beim wichtigen Frühindikator deuten Werte von über 50 Punkten auf Wachstum hin.

DETAILHANDEL: Die Umsätze im Schweizer Detailhandel sind im August 2018 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Auf einer kalenderbereinigten Basis setzte der Detailhandel im Berichtsmonat nominal 1,1 Prozent mehr um. Der um die Teuerung bereinigte Wert wuchs leicht um 0,4 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat legten die Umsätze saison- und teuerungsbereinigt sowie nominal um je 0,3 Prozent zu.

NAHRUNGSMITTEL: Der Backwaren-Konzern Aryzta hat in dem Ende Juli abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017/18 weniger Umsatz erzielt und beim Gewinn rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz ging im Gesamtjahr um 9,5 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro und der Verlust beträgt 470 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr gibt sich das Unternehmen jedoch zuversichtlich und rechnet mit einer Stabilisierung.

DIGITALISIERUNG: Schweizerinnen und Schweizer sehen in der Digitalisierung mehr Chancen als Risiken. Wie eine Studie des Beratungsunternehmens Oliver Wyman zeigt, glauben drei von vier Eidgenossen, dass die Digitalisierung der Schweiz Chancen bietet. Besonders beliebt ist der Onlinehandel, der für günstigere Preise sorgt. Gleichzeitig löst der digitale Wandel aber auch Jobängste aus, vor allem in der Finanzbranche.

CHEMIE: Der Spezialkunststoffhersteller Gurit expandiert in Skandinavien und übernimmt die dänische JSB Group, einen Hersteller von Kernmaterial-Bausätzen für Windturbinen. Mit dieser Akquisition für knapp 80 Millionen Franken stärkt Gurit die Position im Markt für Kernmaterialien und baut den Umsatz um rund einen Drittel aus. Die Transaktion unterliegt noch verschiedenen Bedingungen, soll aber bereits Mitte Oktober 2018 abgeschlossen werden.

ARBEITSMARKT: Die rund laufende Konjunktur drückt die Arbeitslosigkeit im Euro-Raum auf den tiefsten Stand seit fast zehn Jahren. Die um jahreszeitliche Schwankungen bereinigte Quote fiel im August auf 8,1 Prozent nach 8,2 Prozent im Vormonat. Rund 13,2 Millionen Männer und Frauen waren als arbeitslos registriert - dies sind 102'000 weniger als im Vormonat und rund 1,4 Millionen weniger als vor einem Jahr. Deutschland wies mit 3,4 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote aus. EU-weiter Spitzenreiter war allerdings erneut Tschechien mit 2,5 Prozent. In Griechenland (19,1 Prozent im Juni) und Spanien (15,2 Prozent) gab es wieder die höchsten Werte.

KONJUNKTUR: Die türkische Industrie verliert im Zuge der Krise der heimischen Wirtschaft derzeit so viel Schwung wie seit neuneinhalb Jahren nicht. Die Betriebe drosselten im September ihre Produktion und mussten erneut ein Auftragsminus wegstecken. Zudem schwächelte die Beschäftigung. Der Einkaufsmanagerindex sank kräftig um 3,4 auf 42,7 Punkte und damit den sechsten Monat in Folge. Das Barometer signalisiert bei Werten unter 50 Zählern ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit.

INDUSTRIE: General-Electric-Chef John Flannery tritt nach nur einem Jahr an der Spitze des Konzerns zurück. Zugleich korrigiert der Konzern die Gewinnprognose wegen Problemen im Kraftwerksgeschäft nach unten. Sowohl der freie Mittelzufluss als auch der Gewinn je Aktie werden unter der bisherigen Prognose für 2018 liegen.

TRANSPORT: Die europaweite Streikwelle sowie gestiegene Kerosinpreise fordern beim Billigflieger Ryanair ihren Tribut. Am Montag kappte die Fluggesellschaft ihre Prognose für das laufende Jahr. Der Gewinn dürfte im Geschäftsjahr 2018/19 bei 1,10 bis 1,20 Milliarden Euro liegen. Bislang war der Konzern von 1,25 bis 1,35 Milliarden ausgegangen. Alleine Ende vergangener Woche waren wegen der Ausstände bei Flugbegleitern und Piloten mindestens 250 Flüge ausgefallen.

BANKEN: Die durch einen Geldwäsche-Skandal in die Schlagzeilen geratene Danske Bank hat übergangsweise Jesper Nielsen an die Firmenspitze berufen. Nielsen soll die Bank führen, bis ein Nachfolger für den durch den Skandal in Ungnade gefallenen Thomas Borgen gefunden ist. Dieser hatte Mitte September seinen Rücktritt angeboten, nachdem Ermittlungen gegen die grösste Bank Dänemarks publik geworden waren. Laut der Staatsanwaltschaft sollen in einer estnischen Filiale der Danske Bank mehrere Hundert Millionen Euro gewaschen worden sein.

(AWP)