Uhrenhandelsplattform Chronext peilt Gang an die Schweizer Börse an

In der Schweiz könnte nach den Börsengängen von Polypeptide und Montana Aerospace mit Chronext ein weiteres Unternehmen den Schritt aufs Börsenparkett wagen. Der Schweizer Luxusuhrenhändler bereite einen Börsengang vor, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters am Montag mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen.
17.05.2021 13:00

Die Transaktion dürfte dem Bericht zufolge im September über die Bühne gehen. Jedoch könnte bei günstigen Marktbedingungen das IPO gar auf Juli vorgezogen werden. Chronext, die über eine Online-Plattform gebrauchte und neue Uhren von Marken wie Rolex, Omega, Breitling oder Patek Philippe verkauft, könnte laut Experten auf einen Wert von gut 1,1 Milliarde Franken kommen.

Chronext wollte sich dem Bericht zufolge zu den Gerüchten nicht äussern. Die 2013 gegründete Chronext beschäftigt rund 130 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Jahr 2020 einen Umsatz von über 100 Millionen Euro. Im Kernmarkt Deutschland wuchs das Geschäft dabei um 25 Prozent.

Bei der Bewertung orientierten sich die Anlegern an dem für 2022 und 2023 erwarteten Umsatz, erklärten die Insider. Und wenn das gegenwärtig Wachstumstempo anhalte, könnte der Umsatz im Jahr 2023 die Schwelle von 200 Millionen Euro übertreffen, hiess es.

Der Luxusmode-Onlinehändler Farfetch, an dem Richemont beteiligt ist, wird an der Börse etwa mit dem fünffachen des Umsatzes bewertet. Zu den grösseren Konkurrenten von Chronext gehören die Richemont-Tochter Watchfinder sowie Chrono24, die Insidern zufolge ebenfalls einen Börsengang ins Visier nimmt.

An Chronext halten neben den Gründern auch Finanzinvestoren wie Slingshot Ventures, TEV Ventures und Octopus Ventures sowie die Förderbank NRW.Bank Anteile. Mit der Organisation des Börsengangs sind unter anderem UBS und Bank of America beauftragt worden. Zudem fungiert Evercore als sogenannter IPO-Berater.

mk/rw

(AWP)