Massenentlassung - Mitarbeiter wehren sich gegen vorgelegten Sozialplan

Nach der angekündigten Massenentlassung beim Bekleidungskonzern Charles Vögele ist ein Teil der Belegschaft mit dem vom Unternehmen vorgelegten Sozialplan nicht einverstanden.
17.03.2017 12:04
Vögele-Mitarbeiter wehren sich gegen die Konditionen der Massenentlassung.
Vögele-Mitarbeiter wehren sich gegen die Konditionen der Massenentlassung.
Bild: iNg

Vertreter gelangten deswegen ans Einigungsamt des Kantons Schwyz. Der Schwyzer Sicherheitsdirektor und Präsident des Einigungsamts, André Rüegsegger (SVP), bestätigte am Freitag auf Anfrage Informationen der Gewerkschaft Unia in der Zeitung "Work".

Rüegsegger sagte zur Nachrichtenagentur sda, eine Vertretung von Vögele-Mitarbeitern habe das Einigungsamt angerufen. Allerdings sei noch offen, ob es zu einem Verfahren komme und der Kanton einen Vermittlungsvorschlag ausarbeite. Der Sachverhalt werde erst geprüft. Zu weiteren Details wollte er sich vorerst nicht äussern.

Mitte Dezember 2016 hatte die italienische Investorengruppe Sempione Retail um den italienischen Modekonzern OVS Charles Vögele übernommen. Der Name Charles Vögele wird nach 60 Jahren verschwinden.

Im Januar wurde bekannt, dass das Unternehmen mit gut 300 Angestellten am Hauptsitz Pfäffikon SZ knapp 90 Beschäftigte entlässt. Betroffen sind vor allem die Bereiche Einkauf und Design.

Keine Klausel für Härtefälle

Laut Angaben der Gewerkschaft Unia akzeptierten mindestens 78 Arbeitnehmer den Sozialplan des Unternehmens nicht. Dieser enthalte etwa keine Klausel für Härtefälle. Sie arbeiteten deswegen einen eigenen Alternativvorschlag aus.

Eine Vögele-Sprecherin erklärte auf Anfrage, das Unternehmen halte an seinem Sozialplan fest. Dieser sei "fair, gut und branchenüblich". Zweidrittel der Belegschaft würden sich hinter die Vorschläge des Unternehmens stellen.

Die Charles-Vögele-Mitarbeitenden unterstehen weder einem Gesamtarbeitsvertrag, noch gibt es eine Personalkommission. Das Unternehmen muss laut Angaben des Schwyzer Amts für Arbeit mit den Betroffenen persönlich das Gespräch suchen und darf nicht mit den Gewerkschaften verhandeln.

(AWP)