Wdh: Tamedia ernennt Ressortleiter für Kompetenzzentrum

(letzter Zwischentitel angepasst. "Rückgang der Werbeumsätze" statt "Nur noch zwei Redaktionen", da Tamedia den Begriff Kompetenzzentren verwendet.) - Das Medienhaus Tamedia hat die Ressortleiter für das geplante Kompetenzzentrum in der Deutschschweiz ernannt, das an den Standorten Zürich und Bern aufgebaut wird. Der Anteil der Zürcher ist dabei viel höher als der Anteil der Berner. Auch Frauen sind selten.
22.09.2017 16:14

Unter der Leitung von Chefredaktor Arthur Rutishauser wird dieses Kompetenzzentrum in der Deutschschweiz für die überregionale Berichterstattung in den Ressorts Inland, Ausland, Wirtschaft und Sport zuständig sein. Zudem stellt sie für die angehängten Zeitungstitel die Kultur-, Gesellschafts-, Wissens- und Service-Inhalte zur Verfügung.

"HAUPTSTADTBÜRO" IN BERN

Chefredaktor ist - wie bereits seit längerem bekannt - Arthur Rutishauser. Sein Stellvertreter ist Adrian Zurbriggen, der von der "Berner Zeitung" her kommt und das "Hauptstadtbüro" in Bern übernehmen wird, wie Tamedia am Freitag intern mitteilte. Weitere Mitglieder der Chefredaktion sind Armin Müller, Iwan Städler und Michael Marti.

Das Ressort Politik wird von Daniel Foppa und Fabian Renz geleitet, Ressortleiter Wirtschaft ist Peter Burkhardt. Das Ressort Ausland untersteht Christof Münger und für den Sport sind mit Adrian Ruch, Ueli Kägi und Alexandra Stäuble gleich drei Ressortleiter zuständig. Kultur-Leiter wird Guido Kalberer, Ressortleiterin Gesellschaft Bettina Weber.

NUR WENIGE FRAUEN

Ein Blick auf die nun ernannten Ressortleiter zeigt, dass die Mehrheit vom "Tages-Anzeiger" her kommt. Berner finden sich seltener.

Dies liege daran, dass die Redaktion von "Tages-Anzeiger" und "SonntagsZeitung" bisher auch schon die grösste Redaktion innerhalb von Tamedia war, hiess es bei Unternehmenssprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der sda. Deshalb stelle sie auch in der neuen Redaktion am meisten Ressortleiterinnen und Ressortleiter.

Mit Zurbriggen als stellvertretendem Chefredaktor und mehreren Ressortleitern sei aber auch Bern in der Führungsebene vertreten.

Zimmer räumt weiter ein, dass der Anteil männlicher Führungskräfte nach wie vor höher ist als der Anteil der Frauen. Aber auch das widerspiegle die Ausgangslage, sagte er.

Gemäss Zimmer gibt es aber auch Ausnahmen - etwa die Editorial Services, in denen Layout, Bildredaktion, Fotografen, Korrektorat und andere unterstützende Abteilungen zusammengefasst sind. Dort sei die Hälfte der Führungspositionen durch Frauen besetzt.

RÜCKGANG DER WERBEUMSÄTZE

Der Medienkonzern Tamedia hatte im August angekündigt, seine Zeitungsredaktion neu aufzustellen. Ab 2018 sollen zwei überregionale Kompetenzzentren in der Deutsch- und der Westschweiz den Mantel für zwölf Zeitungstitel liefern.

Laut Tamedia sind bis zur Einführung am 1. Januar 2018 keine Kündigungen vorgesehen. Grund für die Konzentration ist der starke Rückgang der Werbeumsätze.

ra/

(AWP)