Argentinien einigt sich mit Gläubigern auf Umschuldung

Argentinien hat sich mit seinen Gläubigern auf eine Umschuldung geeinigt. Man habe mit den Gläubigergruppen eine Vereinbarung getroffen, die es ihnen ermögliche, den argentinischen Umschuldungsvorschlag zu unterstützen und Argentinien einen erheblichen Schuldenerlass zu gewähren, teilte das argentinische Wirtschaftsministerium am Dienstag in Buneos Aires mit. Man habe die Konditionen des Angebots vom 6. Juli für die Gläubiger verbessert, indem man die Zahlungstermine für die Anleihen angepasst habe, hiess es.
04.08.2020 10:49

Die Schulden der zweitgrössten Volkswirtschaft in Südamerika galten zu den aktuellen Bedingungen als nicht mehr tragfähig. Deshalb hatte Argentinien von seinen privaten Gläubigern gefordert, auf einen Teil ihrer Forderungen von rund 66 Milliarden US-Dollar (rund 56 Mrd Euro) zu verzichten. Ohne eine Einigung hätte ein erneuter Zahlungsausfall gedroht. Bisher hatte Argentinien acht Zahlungsausfälle gehabt. Unter den Gläubigern sind grosse Investmentfonds wie Blackrock, Ashmore und Fidelity.

Argentinien steckt in einer schweren Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Inflationsrate betrug zuletzt mehr als 50 Prozent. Für das laufende Jahr rechnen Experten mit einem Rückgang der Wirtschaftskraft um rund zehn Prozent. Ende Mai hatte Argentinien Zinsforderungen in Höhe von 503 Millionen US-Dollar nicht beglichen und war dadurch in einen begrenzten Zahlungsausfall gerutscht./jsl/jkr/zb

(AWP)