Deutsche Bundesbank betont Entschlossenheit zur Sicherung stabiler Preise

Angesichts zuletzt steigender Inflationsraten hat die Bundesbank die Entschlossenheit der Währungshüter zur Sicherung von Preisstabilität bekräftigt. Zwar könne eine länger anhaltende lockere Geldpolitik "möglicherweise zu einer vorübergehend leicht über dem Zielwert liegenden Inflationsrate führen", schreiben die Volkswirte der Bundesbank im Monatsbericht September.
27.09.2021 12:06

"Dies ist allerdings nicht zu verwechseln mit einem billigend in Kauf genommenen oder gar einem aktiv angestrebten Überschiessen des Inflationszieles. Ein solches sieht die neue geldpolitische Strategie des Eurosystems nicht vor", heisst es in dem am Montag veröffentlichten Aufsatz.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich mit ihrer im Juli vorgestellten neuen Strategie beim Thema Inflation mehr Spielraum verschafft. Die Notenbank strebt nun für die 19 Staaten des Euroraums eine jährliche Teuerungsrate von zwei Prozent an. Zumindest zeitweise will die EZB auch hinnehmen, wenn diese Marke moderat über- oder unterschritten wird. Bislang lag das Inflationsziel der EZB bei "unter, aber nahe zwei Prozent".

In Deutschland ist die Teuerungsrate in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Im August kratzte die Inflation mit 3,9 Prozent erstmals seit knapp 28 Jahren wieder an der Vier-Prozent-Marke. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.

Volkswirte halten die aktuell vergleichsweise hohe Inflation in Deutschland für vorübergehend und erklären den Anstieg mit sogenannten Basiseffekten: 2020 hatten die zeitweise Senkung der Mehrwertsteuer sowie ein Preissturz bei Energie in der Corona-Krise die Teuerung gedämpft. Nun gibt es den umgekehrten Effekt./ben/DP/men

(AWP)