Exportstimmung unter Schweizer Unternehmen auf Mehrjahreshoch

Für die Schweizer Exportindustrie läuft es rund: Knapp 60% der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) rechnen laut einer Umfrage der Exportförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE) mit steigenden Exporten im Schlussquartal 2017.
17.10.2017 09:10

Bereits zwischen Januar und August sind die Ausfuhren aus der Schweiz laut Zahlen der Zollverwaltung um 4,5% gestiegen. Die Exportunternehmen dürften nun weiter vom Wachstum der amerikanischen und der deutschen Industrie profitierte, wie die Credit Suisse und S-GE am Dienstag mitteilten.

Der CS Exportbarometer liege auf einem so hohen Stand wie seit 2011 nicht mehr und damit erneut weit in der Wachstumszone, heisst es in der Mitteilung. Das Barometer bildet aufgrund wichtiger Vorlaufindikatoren für die Industrie in den 28 wichtigsten Abnehmerländern Abnehmerländern die ausländische Nachfrage nach Schweizer Produkten ab.

Ebenfalls auf einem Mehrjahreshoch bewegt sich die KMU-Exportstimmung von S-GE, die aus der Exporterwartung der KMU und den Exporten im Vorquartal errechnet wird. Befragt werden vierteljährlich über 150 Unternehmen. Sie erreicht per Anfang des vierten Quartals einen Wert von 75,2 Punkten - so viel wie letztmals 2010.

HÖHERE MARGEN DANK SCHWÄCHEREM FRANKEN

Grund zur Freude sehen die KMU auch in der Abschwächung des Frankens gegenüber dem Euro. Seit Anfang Jahr hat der Euro gegenüber dem Franken um knapp 7% an Wert zugelegt. Bei den verkauften Mengen macht sich das zwar bei der Mehrheit der befragten Unternehmen noch nicht bemerkbar - dafür haben sich dank der Währungseffekte bei 53% die Margen verbessert.

Allerdings trauen die KMU der neuen Eurostärke noch nicht so ganz: Für das laufende Jahr kalkulieren zwei Drittel mit einem Wechselkurs von 1,05 bis 1,10 CHF. Derzeit kostet ein EUR knapp 1,15 CHF. Für 2018 allerdings budgetieren nur noch 37% mit dem Kurs von 1,05 bis 1,10 CHF, 56% mit einem Kurs von 1,10 bis 1,15 CHF.

Trotz der guten Nachrichten wollen die Unternehmen weiter sparen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Rund drei Viertel wollen die Beschaffung optimieren, 65% die Produktionskosten senken.

(AWP)