Grossbritannien: Inflation steigt auf höchsten Stand seit Juli 2014

Die Inflation in Grossbritannien zieht schneller an als erwartet. Die Teuerungsrate sei im Dezember um 0,4 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Dienstag mit. Analysten hatten mit einer schwächeren Rate von 1,4 Prozent gerechnet. Die aktuelle Rate ist die höchste seit Juli 2014. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent. Auch dies lag über den Erwartungen.
17.01.2017 10:51

Vom Zielwert der Bank of England, die zwei Prozent Inflation anstrebt, ist die Teuerung inzwischen nicht mehr allzu weit entfernt. Der Hauptgrund für die allmähliche Rückkehr der Inflation in Grossbritannien ist wie in anderen Ländern auch, dass der starke Ölpreisverfall vom vergangenen Jahr zunehmend aus dem Jahresvergleich fällt und die Raten quasi automatisch steigen lässt.

In Grossbritannien kommt aber auch die Schwäche der Landeswährung Pfund dazu. Seit dem Brexit-Votum im Juni 2016 hat die Währung im Verhältnis zum US-Dollar circa 20 Prozent ihres Werts verloren. Auch aktuell ist das Pfund wegen gestiegener Furcht vor einem "harten Brexit" ohne Zugang des Königreichs zum EU-Binnenmarkt stark unter Druck. Eine schwache heimische Währung verteuert importierte Güter und treibt dadurch die Inflation nach oben.

Die Bank of England hat bereits signalisiert, dass sie ein zeitweiliges Überschiessen der Inflation über ihr Ziel hinaus tolerieren würde, falls dies zur Stützung der Konjunktur notwendig werden sollte. Viele Volkswirte sehen aufgrund des Brexits mittelfristige Wachstumsrisiken für das Königreich./tos/jkr/stb

(AWP)