Japans Exporte gehen überraschend zurück

(Ausführliche Fassung) - Naturkatastrophen haben Japans Aussenhandel stärker belastet als erwartet. Die Exporte der weltweit drittgrössten Volkswirtschaft sind zum ersten Mal seit fast zwei Jahren gesunken. Im September sei der Wert der ins Ausland ausgeführten Waren im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent gefallen, teilte das japanische Finanzministerium am Donnerstag in Tokio mit. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Anstieg um rund zwei Prozent gerechnet. Im August waren die Exporte noch um 6,6 Prozent gestiegen.
18.10.2018 12:06

Im September hatte der Taifun Jebi einen wichtigen Flughafen für die Exportwirtschaft zeitweise lahmgelegt. Zudem wurden die Lieferketten im Norden des Landes durch ein Erdbeben stellenweise unterbrochen.

Neben den Naturkatastrophen spielte auch der Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten eine Rolle. Der überraschende Rückgang ist nach Einschätzung des Mizuho-Experten Norio Miyagawa ein Beleg dafür, dass der Handelsstreit zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften der Welt Japans Ausfuhren belastet hat.

Wie das Ministerium weiter mitteilte, gingen die japanischen Exporte nach China um 1,7 Prozent zurück. China ist der wichtigste Handelspartner der Japaner. In den vergangenen zwei Jahren waren die Exporte in die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt nur in drei Monaten gefallen. Im September gingen auch die Ausfuhren in die USA und Europa zurück.

Überraschend schwach fielen auch die Importe aus. Hier meldete das Ministerium für September einen Anstieg um 7,0 Prozent im Jahresvergleich. Im Vormonat hatte der Zuwachs noch 15,4 Prozent betragen. Analysten hatten für September einen Anstieg um 13,7 Prozent erwartet.

Eine überraschende Entwicklung zeigte sich auch bei der japanischen Handelsbilanz. Hier wurde für September ein Überschuss von 139,6 Milliarden Yen (etwa 1,08 Milliarden Euro) gemeldet, nach einem Defizit von 444,6 Milliarden Yen im Vormonat./jkr/zb/bgf/fba

(AWP)