Nächste Zentralbank in Europa: Rumänien hebt Leitzins an

Die Zahl der europäischen Notenbanken, die auf eine etwas straffere Geldpolitik einschwenken, wächst. Am Montag hob die Zentralbank Rumäniens erstmals seit fast zehn Jahren ihren Leitzins wieder an. Der Zins steigt, ausgehend von einem Rekordtief von 1,75 Prozent, auf 2,0 Prozent, wie die Zentralbank am Montag in Bukarest mitteilte. Analysten wurden von dem Schritt mehrheitlich überrascht. Der Leu, die Währung Rumäniens, legte in einer ersten Reaktion zum Euro zu.
08.01.2018 13:36

Die Anhebung kommt allerdings nicht ganz überraschend, da die Zentralbank einen Zinsschritt schon in Aussicht gestellt hatte. Viele Experten hatten jedoch eher im späteren Jahresverlauf damit gerechnet. Rumänien zählt zwar zu den ärmsten Ländern Europas, allerdings auch zu den am dynamischsten wachsenden Volkswirtschaften. Zudem hat die Inflation in den vergangenen Monaten angezogen und liegt derzeit sogar über dem Zielwert der Notenbank.

In Europa ist Rumänien das dritte Land, das jüngst die lange Phase sehr niedriger Leitzinsen beendet hat. Ihr vorangegangen waren die Notenbanken Tschechiens und Grossbritanniens. Ausserhalb Europas sind ebenfalls einige Notenbanken zu einer strafferen Geldpolitik übergegangen, darunter vor längerer Zeit die US-Notenbank Fed und im vergangenen Jahr die Zentralbank Kanadas. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte dagegen noch länger mit Zinsanhebungen auf sich warten lassen./bgf/jsl/jha/

(AWP)

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