Renditeimmobilien verteuern sich im zweiten Quartal nur leicht

Im zweiten Quartal sind die Marktwerte von Renditeimmobilien in der Schweiz ganz leicht angestiegen. Während sich Büroimmobilien weiter verteuerten, gingen die Marktwerte von Mehrfamilienhäusern zurück.
05.08.2022 12:22

Insgesamt stiegen die Marktwerte der gemischt genutzten Renditeimmobilien im zweiten Jahresviertel laut der am Freitag vom Zürcher Beratungs- und Forschungsunternehmen Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) veröffentlichten Auswertung um geringfügige 0,2 Prozent. Im ersten Quartal hatte der Anstieg noch 2,2 Prozent betragen.

Die Bewertungen der Mehrfamilienhäuser sanken im Berichtsquartal im Durchschnitt um 1,6 Prozent, wobei in der Südschweiz (-4,0%) und im Alpenraum (-3,3%) die deutlichsten Rückgänge zu beobachten waren. In Zürich (-1,1%) und der Genferseeregion (-0,8%) hielten sich die Abschläge in Grenzen.

Entgegengesetzt entwickelten sich die Marktwerte der Büroimmobilien. Sie nahmen der Analyse zufolge schweizweit um 3,0 Prozent zu, mit starken Zunahmen in Basel (+7,3%), der Südschweiz (+5,6%) und am Genfersee (+4,4%). In der Ostschweiz (+1,5%) und in Zürich (+2,0%) war die Aufwärtsbewegung weniger ausgeprägt.

Deutliche Zunahme zum Vorjahr

In den vier letzten Quartalen ging es mit den Marktwerten der Renditeimmobilien allgemein stetig nach oben: Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Plus mittlerweile deutliche 8,6 Prozent. Die Marktwerte von Mehrfamilienhäuser nahmen dabei um 5,6 Prozent und jene der Büroimmobilien um 13,0 Prozent zu.

Getrieben wurde der Zuwachs sowohl bei Mehrfamilienhäusern als auch bei Büroimmobilien von Zürich (+8,1% bzw. +16%) und der Genferseeregion (+5,2% bzw. +15%). Auffällig hoch ist auch das Plus bei Büros auch in der Südschweiz (+1%), während die Marktwerte der Mehrfamilienhäuser dort innert zwölf Monaten leicht zurückgingen.

Seitwärtsbewegung erwartet

Für das laufende Jahr erwarten die Experten von FPRE nun eine Seitwärtsbewegung bei den Marktwerten und nicht mehr mit einer Zunahme. Der Zinsanstieg habe den Ausblick verändert, heisst es dazu. So sind die für die Bewertung massgeblichen minimalen Diskontierungssätze laut FPRE-Umfrage unter acht Immobilienexperten im Juli auf 1,77 von 1,71 Prozent im Juni angestiegen.

Insbesondere Altbau-Mieten dürften laut der FPRE unter Druck sein, was sich spätestens im kommenden Jahr auch in sinkenden Marktwerten bemerkbar machen werde. Und bei Neubauten sei in Regionen mit geringer Nachfrage und steigenden Leerständen mit sinkenden Bewertungen zu rechnen.

mk/uh

(AWP)