Statistisches Bundesamt: Neue Berechnungsmethoden mindern Bruttoinlandsprodukt

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist nach einer Neuberechnung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in den vergangenen Jahren niedriger ausgefallen. Vor allem eine geänderte Erfassung des privaten Konsums verringert das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis ins Jahr 1991 zurück, teilte Destatis am Dienstag bei der Vorstellung der Generalrevision in Frankfurt mit. Im gesamten Revisionszeitraum habe das nominale BIP durchschnittlich 0,4 Prozent niedriger gelegen als nach der bisherigen Berechnung.
27.08.2019 14:07

"Im Unterschied zur letzten Generalrevision 2014 ist Deutschland nun wieder ein bisschen ärmer", sagte Albert Braatmann, Leiter der entsprechenden Fachabteilung bei Destatis. Auf den Konjunkturverlauf hatten die Änderungen aber keine grossen Auswirkungen. Eine Generalrevision wird in der Regel alle fünf Jahre durchgeführt.

Neben der Neuberechnung der Konsumausgaben wurden noch andere Änderungen durchgeführt. So werden jetzt die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dem Staatssektor zugeteilt. Bisher wurden sie dem Privatsektor zugerechnet. Eine weitere Neuerung betrifft die Buchung der Versteigerungserlöse für Mobilfunkfrequenzen. Diese werden nun für den gesamten Nutzungszeitraum gebucht. Bisher fand die Buchung der Erlöse in dem Jahr der Frequenzversteigerung statt. Dies hatte im Jahr 2000 zu Einmaleffekten geführt, die nun wegfallen.

Die Höhe des Bruttoinlandsproduktes kann sich auf die nationale Schuldenbremse und die Erfüllung der Verschuldungskriterien in der Eurozone auswirken. Schliesslich werden Schulden und Defizite im Staatshaushalt in Relation zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt. Angesichts der noch soliden Haushaltslage in Deutschland hat die Generalrevision zunächst keine Konsequenzen./jsl/bgf/jha/

(AWP)