Alcon ersetzt Julius Bär im SMI - SMI und SLI werden "noch pharmalastiger"

(Meldung vom Vorabend mit Analystenkommentar und Kursentwicklung ergänzt) - Die Abspaltung des Augenheilsparte Alcon vom Mutterkonzern Novartis und dessen Kotierung an der Schweizer Börse SIX führt nächste Woche zu Anpassungen der Börsenindizes. Laut Analysten werden SMI und SLI dadurch noch pharma- und medtech-lastiger.
03.04.2019 10:45

Die Aktien von Julius Bär fallen für die neu aufgenommenen Alcon-Titel aus dem 20 Titel umfassenden SMI (Swiss Market Index). Im Leitindex werden dann aus der Branche nur noch die beiden Grossbankenpapiere von Credit Suisse und UBS vertreten sein.

Zu Veränderungen kommt es dadurch auch bei weiteren Indizes: Im 30 Titel umfassenden SLI (Swiss Leader Index) verdrängt Alcon die Titel von Dufry; und aus dem Mid-Cap-Index (SMIM) fallen die Papiere des Backwarenkonzerns Aryzta. Zudem verlassen Adecco den SPI Large und Meyer Burger den SPI Mid.

Als Kriterien für die Aufnahme und den Ausschluss zieht die Indexkommission der Schweizer Börse die durchschnittliche Free-Float-Börsenkapitalisierung sowie die Liquidität eines zurückliegenden Jahres heran.

Unterschiedliche Termine

Die betroffenen Indizes werden zum 9. April und 10. April 2019 ausserordentlich angepasst, wie die SIX am Dienstagabend mitteilte. Die Aufnahme von Alcon in den SMI erfolgt dabei auf den 9. April, der Ausschluss von Julius Bär dagegen erst am 10. April. Dass der Wechsel nicht am gleichen Tag erfolgt, hat technische Gründe, wie ein Sprecher der SIX gegenüber AWP erklärte.

Der Börsengang von Alcon ist einer grössten in Europa im laufenden Jahr. Die Schweizer Börse hatte bereits früher angekündigt, dass Alcon ausserplanmässig in den Leitindex aufgenommen werde. Offen war jedoch, wer den SMI verlassen muss und welche Auswirkungen das auf die weiteren Indizes hat.

Mehr Gewicht für Novartis/Alcon

Durch die Aufnahme von Alcon wird der Pharma-/Medtechanteil im SMI und SLI grösser, wie die Analyten der ZKB vorrechnen. Denn bislang wurde Novartis (inklusive Alcon) im SMI auf 18 Prozent gekappt, im SLI auf 9 Prozent.

Laut den ZKB-Schätzungen dürfte Alcon eine Gewichtung von rund 2,3 bis 3,5 Prozent im SMI einnehmen. Weil Novartis bei 18 Prozent gekappt bleibe, kämen Novartis und Alcon zusammen nun auf eine Gewichtung von 20 bis 21,5 Prozent. Im SLI komme zum gekappten Novartis-Anteil von 9 Prozent nun ein Anteil von Alcon von 3,5 bis 4,5 Prozent hinzu, hiess es weiter.

Mit Roche und Lonza (SMI) sowie Sonova und Vifor Pharma (SLI) sind weitere Pharma- und Medtechpapiere in den Top-20 und Top-30-Indizies vertreten.

Bär überraschend im Plus

An der Börse haben die Indexanpassungen am Mittwoch nicht die erwarteten Folgen. So zählen Julius Bär um 10 Uhr mit einem Plus von 2,3 Prozent zu den grössten Gewinnern im SMI. Für manche Händler kam dies überraschend, zumal der Titel vorbörslich im Minus war. Andere wiederum sagen, der Ausschluss aus dem SMI sei - weil erwartet - bereits eingepreist worden.

Ein Rückgang des Aktienkurs hätte eine gewisse Logik gehabt, weil Index-Fondsmanager wegen der neuen Indexzusammensetzung ihre Bestände verschieben müssen. Dieser Indexeffekt werde jedoch von positiven Geschäftsaussichten überlagert, ist im Handel zu hören.

Relativ gut schneiden im SMI die beiden oft als "Wackelkandidaten" für einen SMI-Verbleib bezeichneten Adecco (+1,3%) und SGS (+0,8%) ab. Im SLI geben derweil die "Absteiger" Dufry um 0,2 Prozent nach.

uh/tp/rw/ys

(AWP)

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