Bewegung im Galenica-Aktionariat - Investor Stoffel hält 10% und Sprint baut ab

(Mit weiteren Hintergrundinformationen, Statements sowie Analysteneinschätzungen ergänzt)
20.12.2016 10:56

Zürich (awp) - Bei der Galenica ist es laut offiziellen Mitteilungen der Börsenbetreiberin SIX Swiss Exchange zu grösseren Bewegungen im Aktionariat gekommen. Während die Grossaktionäre Stefano Pessina und Kohlberg Kravis Roberts ihre über die Sprint Investments gehaltene Beteiligung erwartungsgemäss reduzierten, hat Investor Remo Stoffel ein Galenica-Paket erworben.

Neu halten der Immobilieninvestor Remo Stoffel und seine Frau Manuela über mehrere Gesellschaften (Priora Projekt AG, Immoport AG, VV Value Vals AG, Kodiak Invest AG) einen Stimmrechtsanteil in Höhe von 10% an der Berner Pharma- und Apothekergruppe. Der Anteil über die gehaltenen Namenaktien beläuft sich auf 8,22%, wie am Dienstag aus den auf dem SIX-Portal publizierten Beteiligungsmeldungen zu entnehmen ist.

In einem kurzen Statement bestätigte Stoffel auf Anfrage von AWP sein Engagement bei Galenica. Stoffel sei davon überzeugt, sich damit an einem Unternehmen zu beteiligen, das aufgrund seiner Strategie, seiner Marktstellung und seiner kompetenten Führung ein hohes Zukunftspotenzial aufweise, heisst es in der schriftlichen Stellungnahme. Galenica habe sich bereits in der Vergangenheit durch Wachstum, Profitabilität und Konstanz ausgezeichnet.

SPRINT BAUT WEITER AB

Demgegenüber haben die Grossaktionäre Stefano Pessina und Kohlberg Kravis Roberts ihre über die Sprint Investments gehaltene Beteiligung weiter abgebaut. Wie ebenfalls auf dem SIX-Portal nachzulesen ist, sank der Anteil auf noch 15,17%, wobei der zuletzt im Mai gemeldete Wert bei knapp 21% gelegen hatte. Mitte Mai hatte Sprint 320'000 Galenica-Aktien oder 4,9% zu einem Preis von 1'355 CHF pro Stück platziert.

Der Abbau bei Sprint kommt nicht überraschend. Seit Monaten wird darüber spekuliert, wann die Gesellschaft Galenica-Aktien verkaufen und wie stark sie ihre Beteiligung reduzieren wird. Die Rede ist davon, dass Sprint sich ganz vom Galenica-Paket trennen möchte.

Im September zeigte sich Galenica-Präsident Etienne Jornod überzeugt davon, dass die Sprint-Beteiligung in gute Hände kommen wird. "Wir sind überzeugt, für das Paket von Sprint eine gute Lösung zu finden", sagte er im Interview mit der "SonntagesZeitung".

Jornod wies aber im Interview mit AWP-Video von Anfang August darauf hin, dass der geplante Verkauf der Anteile nach neun Jahren zum normalen Geschäft eines Privat-Equity-Unternehmens gehöre. Galenica werde im Vorfeld einer Transaktion jeweils informiert und habe dann 20 Tage Zeit, um über den Gebrauch des Vorkaufsrecht zu entscheiden.

Auch im Vorfeld des beabsichtigten Verkaufs des Sprint-Pakets an Remo Stoffel sei Galenica informiert worden, schreibt die Gruppe am Dienstag in einem kurz gefassten Statement. Galenica werde Sprint innerhalb der vereinbarten Frist ihre Stellungnahme zukommen lassen, heisst es ohne weitere Details dazu weiter.

GALENICA-AKTIE UNVERÄNDERT

An der Börse hat die Meldung zu den Veränderungen im Galenica-Aktionariat keine grösseren Bewegungen ausgelöst. Bis um 10.45 Uhr notieren die Titel zum Vortag unverändert auf 1'140 CHF, wobei bislang lediglich knapp 15'000 Titel gehandelt worden sind. Der Gesamtmarkt (SPI) legt um 0,25% zu.

Auch ZKB Analystin Sibylle Bischofberger zeigt sich vom Verkauf des Galenica-Pakets nicht überrascht, da Sprint ihre Verkaufsabsichten kommuniziert habe. Dass nun für einen weiteren Anteil der Aktien ein neuer Besitzer gefunden werden konnte, sei gut, da damit die Risiken und der Druck auf die Kursentwicklung abnähmen. Schliesslich sei befürchtet worden, dass Sprint die Aktien offen am Markt verkaufen könnte.

Allerdings bleibe Galenica mit Unsicherheiten behaftet, solange die restlichen 15,2% noch nicht platziert sind, so Bischofberger weiter. Die vollständige Platzierung der Sprint-Beteiligung vor der im kommenden Jahr geplanten Aufteilung der Gruppe in Vifor Pharma und Galenica Santé wäre sicherlich vorteilhaft, heisst es weiter. Denn damit würden die Unsicherheiten bezüglich des zukünftigen Aktionariats der beiden eigenständigen Gesellschaften verringert.

mk/rw

(AWP)